Kapitalherabsetzung geplant
Intershop muss weiter an den Kosten arbeiten

Der angeschlagene Softwareanbieter Intershop hat seine Umsatzerwartungen für das abgelaufene dritte Quartal 2002 gesenkt. Dennoch rechnet das Unternehmen weiter damit, im vierten Quartal ein ausgeglichenes operatives Ergebnis zu erzielen.

Reuters FRANKFURT. Intershop erwarte nun lediglich einen Umsatz von neun Millionen Euro, teilte die im Nemax 50 gelistete Gesellschaft am Dienstag nach Börsenschluss mit. Ursprünglich hatte Intershop mit einem Umsatz auf dem Niveau des zweiten Quartals von 12,1 Millionen Euro gerechnet. Angaben zum Ergebnis im dritten Quartal machte die Gesellschaft nicht und verwies auf die Veröffentlichung der Zahlen am 30. Oktober. In Branchenkreisen hieß es, um im Schlussquartal ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielen zu können, müsse Intershop seinen Umsatz deutlich steigern. Analysten zeigten sich skeptisch, dass dieses Ziel zu erreichen sei und Intershop überleben könne.

"Wir haben jetzt am Anfang des Quartals keine Veranlassung, vom Ziel, im vierten Quartal ein ausgeglichenes Ebitda zu erzielen, abzurücken", sagte Intershop-Sprecher Heiner Schaumann am Mittwoch. Der Anbieter von Software für das elektronische Geschäft erwarte, dass ein wesentlicher Teil des für das dritte Quartal geplanten Geschäfts im vierten Quartal realisiert werden könne. Die allgemeine konjunkturelle Schwäche habe dazu geführt, dass Unternehmen ihre Investitionen in Software weiter verschoben hätten, erläuterte Schaumann. Die Umsatzverschiebungen seien nicht an bestimmten Regionen oder Branchen festzumachen.

In Branchenkreisen hieß es, Intershop könne im Schlussquartal nur ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichen, wenn ein Umsatz deutlich über den im zweiten Quartal ausgewiesenen 12,1 Millionen Euro eingefahren werde. Zudem müsse das Unternehmen weiter an den Kosten arbeiten. Es sei aber davon auszugehen, dass Intershop im dritten Quartal die Kosten des Vorquartals um einen einstelligen Millionenbetrag unterschritten habe. Die Gesamtkosten im zweiten Quartal hatte Intershop mit 18 Millionen Euro nach 25,6 Millionen Euro im ersten Quartal beziffert.

Die Analysten von SES Research fühlen sich nach eigenen Angaben durch die Prognosesenkung in ihrer Einschätzung bestätigt, dass Intershop sein Ergebnisziel für das vierte Quartal verfehlen wird. Sie erwarten einen deutlichen Verlust im dritten Quartal und gehen auch nicht mehr davon aus, dass der Bestand an liquiden Mitteln zum Überleben für Intershop ausreicht.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Oktober will sich Intershop eine Kapitalherabsetzung durch eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis fünf zu eins genehmigen lassen. Das Grundkapital soll dadurch um rund 77,2 Millionen Euro auf etwa 19,3 Millionen Euro reduziert werden. Damit sollen Wertminderungen und sonstige Verluste von rund 75,3 Millionen Euro ausgeglichen werden und etwa 1,93 Millionen Euro in die zum Ausgleich von Verlusten zuvor aufgelöste Kapitalrücklage eingestellt werden. Im Anschluss soll dann frisches Kapital aufgenommen werden. Über die Höhe könne noch keine Angabe gemacht werden, sagte Schaumann. Informationen solle es im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung geben. Derzeit verfügt Intershop nach eigenen Angaben über genehmigtes Kapital von etwas mehr als 48 Millionen Euro.

Die Intershop-Aktie fiel am Mittwoch in einem freundlichen Gesamtmarkt um mehr als fünf Prozent auf 0,37 Euro.

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