Kapitalismus- und Globalisierungsgegner
Schwere Krawalle wegen EU-Gipfel in Göteborg

In der Nähe des Tagungsortes des EU-Gipfels in Göteborg haben sich Demonstranten und Polizisten am Freitag schwere Straßenschlachten geliefert.

rtr/dpaGÖTEBORG. Die Randalierer entzündeten Feuer und warfen Steine sowie Feuerwerkskörper auf die Polizisten, die der Übermacht an vielen Stellen wichen. Mehrere berittene Polizisten wurden von den Pferden gezogen; die verängstigten Tiere rannten durch die Stadt. Einige Straßen im Zentrum Göteborgs waren praktisch in der Hand der Randalierer. Am Konferenzzentrum hatte die Polizei Barrikaden aus Containern aufgebaut, um die von Demonstranten angedrohte Erstürmung des Tagungsortes zu verhindern.

Bei den Krawallen wurden drei Menschen angeschossen. Ein Sprecher des Sahlgrenska-Krankenhauses sagte im Rundfunk, einer der Betroffenen sei durch einen Schuss in die Brust schwer verletzt worden. Die beiden anderen hätten nur leichte Verletzungen erlitten. Alle drei sind den Angaben des Arztes zufolge Zivilisten. Außerdem sei ein Polizeibeamter mit Kopfverletzungen eingeliefert worden. Diese seien aber nicht lebensgefährlich, sagte der Arzt.

Insgesamt seien während der neuerlichen Krawalle am Abend zehn Menschen in die Klinik gebracht worden. Da Krankenwagen wegen der anhaltenden Ausschreitungen im Zentrum von Göteborg nicht durchkommen könnten, seien möglicherweise noch weit mehr Verletzte zu versorgen. Eine andere Sprecherin erklärte, es würden "laufend neue Verletzte gebracht". Alle Krankenhäuser der westschwedischen Stadt wurden am Abend in Alarmbereitschaft versetzt. In den Internetausgaben von zwei Zeitungen hieß es, ein zweiter Polizeibeamter sei schwer verletzt worden.

Rund 25 000 Anhänger von Dutzenden Kapitalismus- und Globalisierungsgegnern waren in die schwedische Hauptstadt gekommen, um ihrem Protest teilweise mit gewaltsamen Mitteln Ausdruck zu verleihen. Die Polizei war ihnen zahlenmäßig weit unterlegen.

Schaufenster eingeschlagen

Eine Gruppe von Polizisten wurde am Freitag eingekesselt und von Randalierern mit Steinen beworfen. Die Straßen und der Boulevard im Zentrum waren mit Scherben und Steinen übersät. In den Geschäften, die nicht vorsorglich verbarrikadiert worden waren, wurden Schaufenster eingeschlagen. Einige Demonstranten versuchten, ein Mc Donald's-Restaurant zu stürmen. Am rauchverhangenen Himmel über der Stadt kreisten Hubschrauber.

Bereits während des Besuches von US-Präsident George W. Bush am Vortag war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei nahm 240 Personen fest. Eine Boulevardzeitung berichtete darüber unter der Schlagzeile "Die Schlacht von Göteborg".

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