Kapitalspritze für Elektronikkonzern
Moeller wird an US-Investor verkauft

Der in finanzielle Turbulenzen geratene Bonner Elektronikkonzern Moeller soll an einen US-Investor verkauft werden. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung sei mit der Citigroup Venture Capital Equity Partners (CVC) getroffen worden, teilte die Moeller Gruppe am Montag in Bonn mit.

HB/dpa BONN. Die Eigentümerfamilie Moeller wolle nach mehr als 100 Jahren Familienbesitz ihre gesamten Anteile an CVC veräußern. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit dem Schritt wollen die bisherigen Eigentümer die Weichen für eine Sanierung des krisengeschüttelten Unternehmens stellen. Der Verkauf soll noch im 1. Quartal 2003 unter Dach und Fach gebracht werden. Er unterliegt noch der Genehmigung der Kartellbehörden. Hier werden jedoch keine Probleme gesehen.

Die finanzstarken US-Investoren planten im Zuge der Übernahme auch eine Kapitalzufuhr, hieß es von Moeller. Die Transaktion werde auch von den finanzierenden Banken der Moeller Gruppe begrüßt. Sie sollen ihr weiteres Engagement von einem Verkauf abhängig gemacht haben.

Moeller benötigt dringend weitere Finanzmittel. Das Unternehmen schrieb nach einem Expansionskurs seit drei Jahren rote Zahlen. Außerdem sah der 79-jährige Firmenpatriarch Gert Moeller nach familieninternem Streit keinen geeigneten Nachfolger an der Spitze. CVC ist eine Tochter des US-Finanzkonzerns Citigroup, zu dem auch die Citibank gehört. Nach Angaben aus der Moeller Gruppe will sich CVC langfristig bei dem Bonner Unternehmen engagieren und es nicht zerschlagen, umsiedeln oder weiterverkaufen.

Die Moeller Firmengruppe, zu der auch Felten & Guilleaume (Köln) gehört, ist ein führender Anbieter von Komponenten für die Gebäude- und Industrieautomation sowie Anlagentechnik. Moeller ist mit rund 11 000 Beschäftigten weltweit in mehr als 80 Ländern vertreten. Mehr als die Hälfte des Umsatzes wird im Ausland erwirtschaftet. In der Bonner Zentrale gibt es rund 1000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz wird im Geschäftsjahr 2002/2003 (Mai 2002 bis April 2003) nach Konzernangaben bei rund 1,1 Milliarden Euro liegen. Außerdem wird ein Gewinn erwartet.

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