Karriere in der Buchbranche
Der Hersteller - Vermittler zwischen Kunst und Kosten

Wirtschafts-, Politik- und Rechtswörterbücher, Kommentare, Gesetzestexte. Leichte Lektüre ist es sicher nicht, was Jutta Hartung, Herstellerin bei C. H. Beck, bisher so produziert hat.

Nach einer kaufmännische Lehre in einer Versandbuchhandlung hatte die 33-jährige an der Hochschule der Medien in Stuttgart Verlagswirtschaft und Verlagsherstellung studiert. "Eine ideale Kombination", so Jutta Hartung. "Nach meiner Ausbildung hatte ich schon gute Fachkenntnisse. Dazu kam im Studium dann das nötige technische und gestalterische Wissen."

Frisch von der Uni fing sie Mitte Januar bei dem Fachverlag in München an. Ihr Spezialgebiet: Recht, Steuern und Wirtschaft. Wieso sie sich für diese vergleichsweise trockene Materie begeistern konnte? "Die Frage war: Wollte ich vorrangig gestalterisch oder organisatorisch arbeiten? Mit C. H. Beck habe ich mich für die Organisation entschieden. Ich habe hier gleichzeitig bis zu 30 Titel laufen und betreue Bücher mit Festeinband, Broschüren, Loseblattsammlungen und zusätzlich die elektronischen Medien. Ein so breit gefächertes Arbeitsfeld reizt mich im Moment am meisten."

Ein Buch entsteht

Als Herstellerin arbeitet sie sehr eng mit den Lektoren zusammen. Von ihnen erhält sie das Manuskript mit den Vorgaben, wie das Buch aussehen soll, wenn es auf den Markt kommt. Jutta Hartung macht sich zuerst daran, den Satzspiegel zu bestimmen: Sie entscheidet, wieviel Text auf die einzelnen Seiten kommt, feilt an Schrift, Schriftgröße und Zeilenabstand. Danach muss sie abschätzen, wieviele Seiten das Buch haben wird.

Jutta Hartung schickt das Manuskript an eine Setzerei. Die hat dann etwa drei Wochen Zeit für den so genannten Umbruch: Darunter versteht man den ersten Ausdruck des gesetzten Textes zu Buchseiten. "Ich organisiere den Korrekturversand an Autoren und Lektoren. Sind keine weiteren Korrekturen nötig, dann geht das Buch sofort in Druck. Ansonsten geht es in in die Revision", erzählt Jutta Hartung. Sobald der Titel druckfrei ist, gibt sie den Druckauftrag an eine Druckerei weiter. Es folgt der Bindeauftrag an eine Buchbinderei. Auch hier werden zunächst einige handgebundene Exemplare erstellt, die die Herstellerin nochmals dem Lektor vorlegt: "Er muss entscheiden, ob das Buch zum Binden freigegeben wird oder nicht." Erst dann wird die gesamte Ausgabe gebunden und an die Buchhandlungen ausgeliefert.

Besonders stressig wird es für Jutta Hartung vor allem kurz vor Semesterbeginn und vor der Frankfurter Buchmesse, weil dann die meisten Bücher auf den Markt kommen. "Und wenn es da zu Verschiebungen kommt, muss ich zwischen Setzereien, Druckereien, Bindereien, unserer Werbeabteilung und dem Kundendienst vermitteln."

Diplomatin mit Blick für die Finanzen

Diese Vermittlerrolle findet Jutta Hartung an ihrem Beruf besonders spannend: "Wenn es Probleme gibt, ist der Hersteller der Erste, der angerufen wird. Dann muss man eben rausfinden, wo es hakt; nicht nur verlagsintern, sondern auch extern." Die Herstellerin ist Ansprechpartner für Drucker, Binder und Setzer. "Man lernt dabei sehr viel über die Arbeits- und Denkweise in anderen Berufen."

Neben all der Organisation und Vermittlung gilt jedoch: Die Herstellerin darf nie die Kosten aus den Augen verlieren. Jutta Hartung nennt das eine ständige Gratwanderung: "Einerseits möchte ich schöne Bücher machen, andererseits darf die Herstellung nicht zu teuer sein." Bei der Wahl von Setzereien, Druckereien und Bindereien wird die Kostenkontrolle groß geschrieben: "Ich versuche zum Beispiel, die Druckkosten in der Druckerei so gering wie möglich zu halten und muss auch terminlichen Druck auf die Unternehmen ausüben."

Jutta Hartung jedenfalls ist nach einem Dreivierteljahr bei C. H. Beck mit ihrem Job rundum zufrieden: "Mir ist total wichtig, dass die Arbeit Spaß macht und im Moment ist das in jeder Hinsicht der Fall."

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