Karriere-Tipp
Vorsicht mit Firmenwagen

Ein Vertrag sollte genau regeln, wie das Dienstauto zu nutzen ist.

Wenn Sie bei einem Unternehmen neu anfangen, bekommen Sie nicht selten neben dem Gehalt, Prämien und Provisionen einen Dienstwagen gestellt. Achten Sie darauf, dass der Vertrag genau regelt, wie sie den Wagen nutzen dürfen und wie sich die Kostenlast verteilt - das Gesetz greift diesen Aspekt nicht auf. Hier einige Tipps:

  • Sie sollten mit Ihrem Arbeitgeber eindeutig vereinbaren, ob Sie den Wagen privat nutzen können oder nicht. Im Zweifel ist es nämlich nicht erlaubt. Hat man Ihnen einmal die private Nutzung zugesagt, kann das Unternehmen dies nicht einseitig widerrufen. Hierzu bedarf es entweder Ihres Einverständnisses oder einer - gegebenenfalls gerichtlich überprüfbaren - Änderungskündigung.
  • Ihr Arbeitgeber darf Ihnen den Dienstwagen auch dann nicht wegnehmen, wenn Sie nicht arbeiten können und er zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist - also beispielsweise im Erholungsurlaub, bei Krankheit, Freistellung, Mutterschutz. Tut er es dennoch, schuldet er Ihnen Schadensersatz.
  • Anders sieht es aus, wenn unklar ist, ob das Arbeitsverhältnis noch Bestand hat oder nicht - zum Beispiel nach dem Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist, während eines Kündigungsschutzprozesses.
  • Dürfen Sie den Wagen privat nutzen, hat dies für Sie steuerliche Konsequenzen. Ihr Chef gewährt Ihnen dann zusätzlich zum Gehalt einen geldwerten Vorteil in Form eines so genannten Sachbezugs. Dieser ist gegenüber dem Finanzamt in der Steuererklärung anzugeben.


    Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:


    a) Sie führen penibel Tagebuch über jede Ihrer Fahrten oder


    b) Sie versteuern pauschal monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises des Pkw.

Die laufenden Kosten für Kraftstoff und Unterhalt trägt übrigens normalerweise der Arbeitgeber, auch die Versicherungskosten. Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Wagen in jedem Fall vollkaskoversichert wird, eventuell mit einer Eigenbeteiligung von Ihnen. Geht etwas am Wagen kaputt, gelten nämlich die Grundsätze des innerbetrieblichen Schadensausgleichs. Und das sieht wie folgt aus:

  • Bauen Sie einen Unfall, sind aber nicht schuld daran oder nur in Maßen (leichte Fahrlässigkeit), müssen Sie keinen Schadensersatz zahlen. Bei mittlerer Fahrlässigkeit hingegen müssen Sie sich unter Umständen die Kosten mit Ihrem Arbeitgeber teilen. Bei grober Fahrlässigkeit haften Sie in der Regel alleine.
  • Angesichts der Schwierigkeiten, einen Verkehrsunfall im Nachhinein ganz genau zu rekonstruieren, neigen Gerichte schon mal dazu, allen Unfallbeteiligten ein gewisses Maß an Mitverschulden zuzuweisen. Wenn Sie in einem solchen Fall keine Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug haben, kann das Ihr Portemonnaie sehr schnell sehr stark belasten.

Wieder zurückgeben müssen Sie das Auto an Ihren Arbeitgeber, wenn Sie mit dem Job aufhören, und zwar genau zum Beendigungszeitpunkt. Das heißt: Bei einer fristlosen Kündigung sind sie den Wagen sofort los, ansonsten mit Ablauf der Kündigungsfrist.

Ganz anders sieht das wiederum aus, wenn ein Arbeitsgericht entscheidet, dass die Kündigung unrechtmäßig war. Dann muss das Unternehmen doppelt zahlen: Ein Entgelt für die ausgefallene reguläre Arbeit und eine Entschädigung für die Zeit, die Sie den Pkw nicht nutzen konnten.

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