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Karsai offiziell Wahlsieger in Afghanistan

Gut drei Wochen nach der ersten Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans ist der amtierende Übergangspräsident Hamid Karsai offiziell zum Sieger erklärt worden. Die Wahlbehörde erkannt Karsai als den ersten gewählten Präsidenten Afghanistans an.

dpa KABUL. Gut drei Wochen nach der ersten Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans ist der amtierende Übergangspräsident Hamid Karsai offiziell zum Sieger erklärt worden. Die Wahlbehörde erkannt Karsai als den ersten gewählten Präsidenten Afghanistans an.

Das sagte ihr Vorsitzender Zakim Shah am Mittwoch in der Hauptstadt Kabul. Shah gratulierte Karsai und wünschte dem 46- Jährigen viel Erfolg in seinem Amt. Zuvor hatte eine unabhängige Untersuchungskommission erklärt, die Mängel bei der Wahl vom 9. Oktober hätten keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt.

Nach dem amtlichen Endergebnis gewann Karsai, der besonders von den USA unterstützt wird, 55,4 Prozent der Stimmen. Er konnte sich so bereits im ersten Wahlgang den Sieg sichern. An zweiter Stelle folgte der frühere Erziehungsminister Junus Kanuni mit 16,3 Prozent der Stimmen. Insgesamt waren 18 Kandidaten angetreten. Die einzige Frau, die Kinderärztin Masuda Dschalal, kam auf 1,1 Prozent. Nach dem afghanischen Wahlgesetz tritt der Präsident 30 Tage nach Verkündung des Ergebnisses - also Anfang Dezember - sein Amt an.

Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach den Afghanen angesichts der erfolgreichen Wahl "große Anerkennung und Respekt" aus. Sie hätten gezeigt, dass sie hinter dem auf dem Petersberg bei Bonn initiierten Wiederaufbauprozess ihres Landes stünden. "Mit der ersten freien Wahl eines Staatsoberhauptes hat das afghanische Volk einen ganz entscheidenden Schritt auf dem Weg zu Stabilität und Demokratie im Lande vollzogen", hieß es in einer Erklärung Fischers.

Nach Angaben der Wahlbehörde stimmten mehr als 8,2 Mill. Afghanen ab, rund 40 Prozent davon Frauen. Gut 10,5 Millionen Menschen hatten sich für die Wahl registrieren lassen. In Rebellengebieten im Süden kam es besonders bei Frauen zu einer teils extrem geringen Wahlbeteiligung. Die radikalislamischen Taliban hatten Wähler und Kandidaten mit dem Tode bedroht. Am Wahltag und während der Stimmenauszählung war es allerdings relativ ruhig geblieben, was als Zeichen der Schwäche der Rebellen gedeutet wurde.

Die Wahl knapp drei Jahre nach dem Sturz der Taliban galt als Meilenstein auf dem Weg des Landes in Richtung Stabilität und Demokratie. Die Parlamentswahl soll kommenden April stattfinden.

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