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Karsai-Vize entgeht Anschlag in Bundeswehr-Standort Feisabad

Drei Tage vor der Wahl in Afghanistan ist der Vizepräsidentschaftskandidat Ahmed Sia Massud im Bundeswehr-Standort Feisabad einem Bombenanschlag unverletzt entgangen. Zwei Menschen wurden bei der Explosion am Mittwoch getötet und zwei verletzt.

dpa KABUL. Drei Tage vor der Wahl in Afghanistan ist der Vizepräsidentschaftskandidat Ahmed Sia Massud im Bundeswehr-Standort Feisabad einem Bombenanschlag unverletzt entgangen. Zwei Menschen wurden bei der Explosion am Mittwoch getötet und zwei verletzt.

Das sagte ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai in Kabul. Unter den Verletzten sei auch der Gouverneur der Nordost-Provinz Badachschan. Der Sprecher der Bundeswehr in Kundus, Oberstleutnant Thomas Scheibe, sagte, Deutsche seien nicht betroffen gewesen.

Masud kandidiert bei der ersten freien Präsidentenwahl Afghanistans am Samstag als Stellvertreter Karsais. Er ist der Bruder des von den Taliban ermordeten Nationalhelden Ahmed Schah Massud. Karsai war Mitte September einem Anschlag der Taliban entgangen. Die Rebellen haben Kandidaten und Wähler mit dem Tode bedroht. Wenige Tage vor der Wahl kündigten zwei der bislang 18 Kandidaten ihren Rückzug an. Sie forderten ihre Anhänger dazu auf, für Karsai zu stimmen.

Wegen der unklaren Sicherheitslage vor der Wahl zogen Caritas und die Johanniter am Mittwoch ihr deutsches Personal vorübergehend aus Afghanistan ab. Die Frauen-Hilfsorganisation "medica mondiale" hatte vergangenen Freitag angekündigt, ihre fünf internationalen Mitarbeiterinnen abzuziehen. "Ärzte ohne Grenzen" hatte Afghanistan vor gut zwei Monaten nach dem Mord an fünf Mitarbeitern verlassen.

Bei einem Raketenangriff in Kundus waren vor einer Woche ein deutscher Soldat schwer und je zwei deutsche und Schweizer Soldaten leicht verletzt worden. Zu dem Angriff hatten sich die Taliban bekannt, ihre Urheberschaft war aber angezweifelt worden.

Karsai rief seine Landsleute zum Wahlkampfende zu einer freien und fairen Wahl auf. "Ich wünsche mir am Samstag die Unterstützung der Afghanen", sagte er bei seiner schwer bewachten Abschlusskundgebung im Stadion der Hauptstadt Kabul. "Aber wenn Euch jemand Geld anbietet oder Euch bedroht, damit ihr Karsai wählt, dann stimmt nicht für mich." Karsai gilt als klarer Favorit. Er nannte den Wahlkampf einen Beweis für die internationale Gemeinschaft, dass die Afghanen inzwischen "mit Worten und Bildern statt mit Waffen und Gewalt kämpfen".

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