Karsai wieder in Kabul
Sorge um Afghanistan wächst nach Terrorakten

Nach dem vereitelten Attentat auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und dem Terroranschlag in Kabul mit 26 Toten wächst in Afghanistan die Sorge um die Sicherheit im Land.

HB/dpa KABUL. Karsai kehrte in der Nacht zum Freitag in die Haupstadt zurück. Er hatte am Donnerstag in Kandahar im Süden des Landes nur knapp einen Anschlag überlebt.

Ein Attentäter feuerte zwei Schüsse in den Wagen Karsais und verfehlte ihn um Zentimeter. Die amerikanischen Leibwächter Karsais schossen zurück. Der Angreifer und ein afghanischer Leibwächter kamen ums Leben.

Beobachter befürchten, dass Afghanistan wieder in Bürgerkrieg und Chaos versinken könnte, wenn Karsai, der als Symbolfigur für die Hoffnung auf Ausgleich gilt, Opfer eines Anschlags würde.

Fischer sichert Karsai umgehende Hilfe zu

Karsai zeigte sich aber ruhig und gefasst. "Ich rechne damit, dass solche Dinge passieren", sagte er. Der Täter war vor einigen Wochen in die afghanische Armee eingetreten. Nach Angaben des britischen Senders BBC stammt der Täter aus einer Hochburg der radikal- islamischen Taliban im Süden des Landes. Bundesaußenminister Joschka Fischer sicherte Karsai umgehend weitere Hilfe beim demokratischen Aufbau des Landes zu. UN-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die "innlosen Gewaltakte"

Bei dem Autobombenanschlag in einer belebten Marktstraße in Kabul waren am Donnerstag 26 Menschen getötet und 150 Menschen verletzt worden. Viele Verletzte befänden sich in einem kritischen Zustand, sagte ein Sprecher des afghanischen Außenministeriums. Deutsche oder andere Ausländer waren nicht unter den Opfern.

Zunächst war nahe dem Informations- und dem Innenministerium ein kleiner Sprengsatz an einem Fahrrad detoniert. Als sich Polizisten und Schaulustige versammelten, explodierte dann die Autobombe. Die Sicherheitsbehörde Kabuls und die Regierung machten die Taliban und das Terrornetzwerk El Kaida für die Anschläge verantwortlich.

Sicherheitsvorkehrungen bereits auf hohem Niveau

Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Soldaten und Botschaftsangehörigen in Kabul werden nach dem jüngsten Terroranschlag und dem Attentatsversuch auf Karsai nicht weiter verstärkt. Wegen des anstehenden Jahrestages der Anschläge vom 11. September in den USA seien die Sicherheitsvorkehrungen bereits auf einem sehr hohen Niveau, sagten Sprecher des Außen- und Verteidigungsministeriums in Berlin.

UN-Generalsekretär Annan forderte in New York, die Täter müssten verfolgt und bestraft werden. Dabei müssten die afghanischen Sicherheitsbehörden alle Hilfe erhalten. Derartige Anschläge stärkten die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, den Terrorismus zu bekämpfen. Nach Angaben von Annans Sprecher Fred Eckhard wurden bei der Explosion einer Autobombe in Kabul keine UN - Mitarbeiter verletzt.

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