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Karstadt-Betriebsrat gegen Eingreifen der Politik

Der Karstadt-Betriebsratschef Wolfgang Pokriefke hat sich gegen ein Eingreifen der Politik bei der bevorstehenden Sanierung des angeschlagenen Warenhauskonzerns ausgesprochen. "Wir sind kein Holzmann-Fall und brauchen keine Begleitung durch die Bundesregierung", sagte er der dpa am Freitag. Zu der Kritik von Bundeskanzler Gerhard Schröder(SPD) am Karstadt-Management meinte Pokriefke: "Der Herr Bundeskanzler sollte sich lieber an die eigene Nase fassen und seine Fehler korrigieren".

dpa-afx ESSEN. Der Karstadt-Betriebsratschef Wolfgang Pokriefke hat sich gegen ein Eingreifen der Politik bei der bevorstehenden Sanierung des angeschlagenen Warenhauskonzerns ausgesprochen. "Wir sind kein Holzmann-Fall und brauchen keine Begleitung durch die Bundesregierung", sagte er der dpa am Freitag. Zu der Kritik von Bundeskanzler Gerhard Schröder(SPD) am Karstadt-Management meinte Pokriefke: "Der Herr Bundeskanzler sollte sich lieber an die eigene Nase fassen und seine Fehler korrigieren".

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Karstadt Warenhaus AG, der auch im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt, forderte statt einer "direkten Einmischung der Politik" einen Umschwung bei der Praxis der Ausweisung von immer neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese. "Es muss darum gehen, die Innenstädte als Standorte für Warenhäuser wieder attraktiver zu machen", sagte Pokriefke. "Die Menschen wollen Karstadt", meinte er.

Nach seiner Überzeugung sei es auch möglich, die auf der Streichungsliste des Vorstands stehenden kleineren Karstadt- Warenhäuser zu retten, so der Betriebsratschef. In kleinen und mittleren Städten sei dafür jedoch ein anderes Warenhaus-Konzept notwendig als in den großen Metropolen. "Darauf haben wir den Vorstand schon vor drei Jahren hingewiesen", sagte Pokriefke. Vor diesem Hintergrund seien bei Karstadt auch "interne Fehler" gemacht worden, räumte er ein.

Über eine Strategie für die bevorstehenden Gespräche mit dem Karstadt-Vorstand werde die Tarifkommission zusammen mit der Gewerkschaft ver.di am kommenden Montag in Kassel beraten, kündigte Pokriefke an. Dabei müsse es darum gehen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. "Das ist ein Geben und Nehmen", sagte Pokriefke. Ein Angebot der Unternehmensleitung liege derzeit jedoch nicht nicht vor. Das Zusammentreffen mit den Karstadt- Verantwortlichen sei dann für den kommenden Dienstag in Frankfurt vorgesehen. Ziel sei es, noch in diesem Monat zu einem Ergebnis zu kommen.

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