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Karstadt dementiert Schließungsgerüchte - Ver.di: Einschnitte drohen

Der Essener Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle AG hat einen neuen Bericht über die Schließung von 25 der 180 Warenhäuser zurückgewiesen. "Es gibt kein Schließungsprogramm für 25 Filialen", sagte der Sprecher der Karstadtquelle AG, Jörg Howe, am Mittwoch und dementierte damit einen entsprechenden Bericht des Magazins "Stern". Die Gewerkschaft Ver.di befürchtet unterdessen massive Einschnitte für die Mitarbeiter der Warenhäuser. Karstadt plane neben Arbeitsplatzabbau Eingriffe in die Tarifverträge der Beschäftigten.

dpa ESSEN. Der Essener Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle AG hat einen neuen Bericht über die Schließung von 25 der 180 Warenhäuser zurückgewiesen. "Es gibt kein Schließungsprogramm für 25 Filialen", sagte der Sprecher der Karstadtquelle AG, Jörg Howe, am Mittwoch und dementierte damit einen entsprechenden Bericht des Magazins "Stern". Die Gewerkschaft Ver.di befürchtet unterdessen massive Einschnitte für die Mitarbeiter der Warenhäuser. Karstadt plane neben Arbeitsplatzabbau Eingriffe in die Tarifverträge der Beschäftigten.

'Strategische Überlegungen'

Howe sagte in Bezug auf die Gerüchte zu Schließungen, es gebe lediglich strategische Überlegungen über den Umgang mit defizitären Häusern. Um wie viele Filialen es sich handele, wollte der Sprecher nicht sagen. Das Magazin blieb bei seiner Darstellung und berief sich auf ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Karstadt Warenhaus AG, Helmut Merkel. Dieser habe von einer so genannten "Exitstrategie" für 25 Häuser gesprochen, was eine Schließung dieser Filialen bedeuten würde.

Karstadtquelle betonte hingegen, diese Strategie sei nicht automatisch mit Schließungen gleichzusetzen. Vielmehr werde versucht, Häuser - wie etwa in Wiesbaden - in Einkaufszentren oder Sporthäuser umzuwandeln oder die Sortimente zu verändern. Howe bestätigte aber, dass ein Warenhaus in Kiel geschlossen werde, nachdem dort der Mietvertrag abgelaufen sei.

Massnahmenpaket

Der Sprecher verwies zudem auf das für September angekündigte Maßnahmenpaket für den gesamten Konzern. Darin werde auch geklärt, ob Warenhäuser geschlossen würden und welche. Vorstandschef Christoph Achenbach hatte in der vergangenen Woche einen harten Sanierungskurs für Karstadtquelle angekündigt, nachdem das Unternehmen im ersten Halbjahr 2004 erneut tief in die roten Zahlen gerutscht war.

In der Karstadt Warenhaus AG legte die Unternehmensleitung nach Angaben von Ver.di dem Gesamtbetriebsrat unterdessen ein anderes Maßnahmenpaket zur wirtschaftlichen Sanierung vor. "Wir sehen uns mit der Tatsache konfrontiert, dass in die tariflichen Regelungen eingegriffen werden soll", sagte Ver.di-Unternehmens-Betreuerin Gertrud Tippel-Kluth. Neben dem geplanten Abbau von tausenden Arbeitsplätzen gehe es unter anderem um Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich sowie die Streichung von Urlaubstagen und Urlaubsgeld.

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