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Karstadt-Quelle begibt Wandelanleihe - Verpfändung des Grundbesitzes

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern plant zur Stützung seines milliardenschweren Sanierungsprogramms die Begebung einer Wandelanleihe über 125 Mill. Euro.

dpa-afx FRANKFURT/HANNOVER. Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern plant zur Stützung seines milliardenschweren Sanierungsprogramms die Begebung einer Wandelanleihe über 125 Mill. Euro. Das geht aus dem Verkaufsprospekt zur geplanten Kapitalerhöhung über 535 Mill. Euro hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Damit wurden frühere Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Unternehmenskreisen offiziell bestätigt.

In dem Prospekt legt der Konzern auch die Vereinbarungen dar, die er bei den zähen Verhandlungen mit den Gläubigern über einen langfristigen syndizierten Kredit über 1,75 Mrd. Euro getroffen hat. Demnach hat sich Karstadt-Quelle unter anderem verpflichtet, die Beteiligung an seinen wesentlichen Tochtergesellschaften sowie an der Thomas Cook AG plus seinen gesamten inländischen Grundbesitz zu verpfänden. "Die Bedingungen des neuen Darlehens werden den finanziellen und operativen Spielraum des Karstadt-Quelle Konzerns erheblich beschränken", heißt es in dem Prospekt.

Risiken

Der Konzern zählt darin weiterhin zahlreiche Risikofaktoren auf, von denen allein bereits jeder einzelne zur Insolvenz führen könne. Genannt werden unter anderem die hohe Verschuldung, die rückläufige Ertragskraft und ein mögliches Scheitern geplanter Verkäufe.

Das gesamte Sanierungsprogramm stehe und falle mit dem Erfolg jedes seiner drei Bausteine - also der Kapitalerhöhung, des Kredits und der Wandelanleihe - warnte der Konzern weiter. Sollte die Kapitalerhöhung nicht gelingen, platzt auch der Langfrist-Kredit über 1,75 Mrd. Euro.

Gleichzeitig hatte sich Karstadt-Quelle nach eigenen Angaben bei der Aushandlung des Kredits indirekt zur Begebung einer Wandelanleihe über mindestens 125 Mill. Euro und mit einer Laufzeit über die Kreditlaufzeit hinaus, bis zum 30 April 2005 verpflichtet. Anderenfalls könnten die Banken ihren Kredit wieder kündigen, hieß es weiter. Eine abschließende Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Begebung der Wandelanleihe sei aber noch nicht gefallen und werde "unter anderem von den Marktverhältnissen am Ende der Bezugsfrist" abhängen. Die Wandelanleihe werde mit Aktien aus bedingtem Kapital unterlegt, eine entsprechende Genehmigung hatte sich der Konzern bereits auf seiner Hauptversammlung im Juli 2000 eingeholt.

Kapitalerhöhung

Karstadt will bei seiner Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von 93,04 Mill. auf den Inhaber lautenden Aktien rund 535 Mill. Euro (vor Kosten) in die Kassen spülen. In der vergangenen Woche hatte der Konzern sich mit mehreren Kleinaktionären, die sich gegen die Kapitalerhöhung gewehrt hatten, nach langwierigen Verhandlungen geeinigt. Die Aktien werde im Verhältnis acht zu 7, also sieben neu Aktien für acht alte angeboten. Der Bezugspreis beträgt 5,75 je Aktie. Die Bezugsrechte werden vom 30. November bis einschließlich 9. Dezember im amtlichen Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die Bezugsfrist endet am 13. Dezember. Möglicherweise nicht bezogene Aktien können durch die Konsortialführer ABN Amro und Dresdner Bank im Rahmen einer Privatplatzierung institutionellen Anlegern angeboten werden.

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