Karstadt-Quelle bemüht sich um Nachfolger für das Einkaufsportal „Myworld“
Erneute Verzögerungen beim Start von „Karstadt.de“

Mit ihrem neuen Internet-Shoppingportal "Karstadt.de" kommt die Essener Warenhaus-Gruppe nicht aus den Startlöchern. Als Nachfolger für die glücklose Karstadt-Einkaufsplattform "Myworld" geplant und von IBM samt Werbeagentur BBDO-Interactive entwickelt, sollte das neue Shopping-Portal schon im vergangenen Oktober Probe laufen.

HB DÜSSELDORF. Um am Weihnachtsgeschäft mitverdienen zu können, hatten die Essener Einzelhändler einen Starttermin Mitte November angepeilt. Doch die Träume sind zerplatzt: Karstadt.de wurde nicht fertig.

Mit ihrem neuen Online-Kind gerät die Karstadt-Quelle AG immer weiter in Verzug. Auf das angekündigte Top-Layout, die schnellen Ladezeiten und das Riesenangebot, das die Site in die Top-Ten der deutschen Internet-Malls katapultieren sollte, wartet die Surfer-Gemeinde weiterhin vergeblich.

Bereits Mitte November musste Karstadt einräumen: "Zurzeit werden die Shopping-Portale intensiv auf ihre Zuverlässigkeit und Bedienerfreundlichkeit getestet." Technische Probleme hatten zu Verzögerungen geführt. Nun sollte es, wenn alles klappt, im Januar losgehen.

Doch auch von diesem Termin distanziert sich die Essener Konzernzentrale inzwischen. Unternehmenssprecher Elmar Kratz nennt als nächsten Starttermin nur noch vage das "erste Quartal" und gibt sich auf Anfrage vorsichtig: "Ein genauer Termin steht noch fest." Angesprochen auf die Probleme, die das Weihnachtsgeschäfts verdorben haben, heißt es: "Die technische Sicherheit hat oberste Priorität. Deshalb haben wir den Probelauf in der Weihnachtszeit gemacht."

Statt mit Karstadt.de Geld zu verdienen, werden die Kunden mit Pastelltönen und Werbedeutsch auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Und Myworld können sie schon längst nicht mehr benutzen: Es wurde vom Karstadt-Konzern still und leise im Herbst vom Netz genommen.



Karstadt lässt seine Kunden ziehen

Während konkurrierende Shopping-Portale alles daran setzen, möglichst viele Kunden zu gewinnen, lässt Karstadt seine Internet-Stammkundschaft ziehen. Dabei sind die Ziele hoch gesteckt: Rund 400 000 Artikel sollen über das Internet bestellt werden können. CDs, Wein, Computer, Reisen, ja sogar Kühlschränke soll es bei Karstadt.de geben. Und eine konzerninterne Kooperation mit der Versandtochter Neckermann soll die Vertriebs- und Lagerlogistik sichern.

Zur Umstellung von Myworld auf Karstadt.de entschied sich die Konzernzentrale, da es seit dem Start im Jahr 1996 nie gelang, Myworld als Marke zu etablieren. Anders als Internet-Pioniere wie Yahoo, Amazon oder AOL wurde der Name nie zum Begriff, die Marke nicht bekannt. Und Kritiker urteilten über das Angebot von Myworld, es sei "ein Bauchladen ohne Konzept".

Daher wurde die Strategie geändert, wie Ralf Pohl, Vorstandsmitglied der Karstadt Warenhaus AG, erklärt: "Wir haben einen Wettbewerbsvorteil in der durchgängigen Vernetzung von Offline- und Online-Geschäft." Denn den Markennamen "Karstadt" kennen rund 90 % der deutschen Verbraucher, wie Umfragen ergaben.

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