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Karstadt-Quelle nimmt letzte Hürde - Einigung mit Aktionären

"Wir haben die letzte Hürde auf dem Weg genommen." Mit diesen Worten beendete Karstadt-Quelle-Unternehmenssprecher Jörg Howe am späten Donnerstagabend in Essen eine neuerliche Zitterpartie für Europas größten Warenhaus-und Versandhandelskonzern.

dpa-afx ESSEN. "Wir haben die letzte Hürde auf dem Weg genommen." Mit diesen Worten beendete Karstadt-Quelle-Unternehmenssprecher Jörg Howe am späten Donnerstagabend in Essen eine neuerliche Zitterpartie für Europas größten Warenhaus-und Versandhandelskonzern. Mit der Einigung mit den widersprechenden Aktionären ist der Weg nun frei für die geplante Kapitalerhöhung als den letzten noch fehlenden Baustein im Sanierungskonzept des ums Überleben kämpfenden Konzerns.

Erst wenige Tage zuvor war mit den bei der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf eingelegten Widersprüchen einiger Aktionäre der bereits sicher geglaubte Rettungsplan für das angeschlagene Unternehmen überraschend wieder ins Wanken geraten. Zusammen mit der geplanten Kapitalerhöhung um 500 Mill. Euro drohte auch die mit einem Bankenkonsortium erzielte Einigung über eine Verlängerung der Kreditlinien von 1,75 Mrd. Euro zu kippen. Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff hatte daraufhin mit seiner Warnung vor einer möglicherweise drohenden Insolvenz des Konzerns für Aufsehen gesorgt.

100 000 Arbeitsplätze

Die neuerliche Unsicherheit über die Zukunft von mehr als 100 000 Arbeitsplätzen bei Karstadt-Quelle hatte nicht die Belegschaft satrk verunsichert. In der Öffentlichkeit begann ein Rätselraten über die möglichen Motive der Kleinaktionäre, die mit ihrem Widerspruch die bereits greifbare Rettung des Unternehmens nun zu blockieren drohten.

Möglichen Spekulationen über einen finanziellen Hintergrund für die Widersprüche trat Karstadt-Quelle-Sprecher Howe jedoch am Donnerstag entschieden entgegen: "Es hat bei der Einigung keine finanziellen Vorteile gegeben und es ist kein Geld geflossen", sagte er. Es sei den Aktionären lediglich darum gegangen, ihre Position zu der Unternehmenspolitik darzustellen.

Roland Berger

In die nun erzielte Einigung haben eine Reihe von Aktionärsforderungen Eingang gefunden: Neben mehr Informationen zu dem Sanierungsgutachten der Unternehmensberatung Roland Berger wird etwa der Ausgabekurs der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung nach unten auf einen Betrag von mindestens 5,38 Euro begrenzt und die Vorlage eines Risikoberichts zugesagt.

Mit dem Karstadt-Quelle-Aktionär Rainer Johannes blieb jedoch einer der lautstärksten Wortführer der Diskussion in den vergangenen Tagen außen vor. Mit ihm seien keine Verhandlungen geführt worden, da sein Widerspruch aus Sicht des Unternehmens nicht beim Notar zur Niederschrift gegeben sei und damit nicht existiere, sagte Howe./uk/DP/

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