Archiv
Karstadt-Quelle rechnet mit baldigem Verhandlungsergebnis

Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach rechnet bei den laufenden Verhandlungen mit den Betriebsräten um die Sanierung des angeschlagenen Konzerns mit einem schnellen Ergebnis.

dpa-afx FRANKFURT/ESSEN. Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach rechnet bei den laufenden Verhandlungen mit den Betriebsräten um die Sanierung des angeschlagenen Konzerns mit einem schnellen Ergebnis. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns einigen werden", sagte Achenbach am Dienstag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Ohne eine Einigung "steht sowohl die Kapitalerhöhung auf dem Spiel als auch die Kreditvergabe der Banken. Und damit wäre die Zukunft des Konzerns in Gefahr", sagte er.

Am Montagabend waren die Gespräche über einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten nach fünfstündiger Dauer unterbrochen worden. Sie werden am heutigen Dienstag in Essen fortgesetzt. Ver.di-Vertreter Johann Rösch hatte am Montagabend gesagt, eine Einigung zwischen den Parteien sei mit viel Fantasie möglich. Sofern sich die Arbeitgeberseite noch bewege und auch die Sicherung der Arbeitsplätze gelinge, "könnte ich mir vorstellen, dass es mit einer Einigung noch klappt", sagte er.

Kapitalerhöhung

Achenbach bezeichnete die Verhandlungen als sehr schwierig, aber konstruktiv. Der Karstadt-Quelle-Vorstand hatte angekündigt, dass bis zu einer für diesen Donnerstag angesetzten Aufsichtsratssitzung ein Ergebnis erzielt werden müsse. Zu Stärkung seiner Eigenkapitalbasis plant der Konzern eine Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro. Die Großaktionäre Allianz (10,5%) und der Pool Madeleine Schickedanz (41,55%) haben bereits erklärt, die Kapitalmaßnahme entsprechend ihrem Anteil zu zeichnen. Die Bayernlb, die wiederum als der größte Gläubiger des Konzerns gilt, hat eine Beteiligung abgelehnt.

Als Schlüssel für die Finanzierungsmaßnahmen aus Kapitalerhöhung und Krediten gilt der zu leistende Beitrag der Arbeitnehmer. "Wir brauchen ein notwendiges Einsparpotenzial von mehreren hundert Mill. Euro bis 2007 und das müssen wir ohne wenn und aber erreichen", sagte Achenbach in dem Interview.

Stellenabbau

Den Umfang des geplanten Stellenabbaus wollte Achenbach wegen der laufenden Verhandlungen erneut nicht nennen. Nach Angaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) stehen selbst im Falle einer Einigung Entlassungen in vierstelliger Größenordnung an. Es sei wahrscheinlich, dass die Entlassungen noch in diesem Jahr ausgesprochen würden, hieß es laut "WAZ" in Kreisen des Aufsichtsrats. Im Raum stehe auch die Überlegung, für die betroffenen Beschäftigten eine Auffanggesellschaft zu gründen.

Derweil gab Bankenexperte Wolfgang Gerke den Banken eine Mitschuld an der Krise bei Karstadt-Quelle. "Die Banken hätten als Kreditgeber wie als Aufsichtsratsmitglieder eigentlich sehen müssen, dass bei Karstadt-Quelle insbesondere das zugekauft wird, was gerade am Markt zu haben ist, dass aber keine ganz echte Langfrist-Strategie gefahren wurde, wie es andere gemacht haben", sagte Gerke im Berliner Inforadio vom rbb. Eine Insolvenz könnten sich die Banken nicht leisten: "Das passt absolut nicht in die Landschaft."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%