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Karstadt-Quelle sorgt mit Wandelanleihe für weitere Millionenspritze

Mit einer Wandelanleihe über bis zu 170 Mill. Euro besorgt sich der angeschlagene Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle eine weitere Finanzspritze für sein milliardenschweres Sanierungsprogramm. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit.

dpa-afx ESSEN. Mit einer Wandelanleihe über bis zu 170 Mill. Euro besorgt sich der angeschlagene Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle eine weitere Finanzspritze für sein milliardenschweres Sanierungsprogramm. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Erst am Vortag hatte der Konzern über den erfolgreichen Abschluss seiner Kapitalerhöhung berichtet, durch die rund 535 Mill. Euro in die Kassen des Konzerns fließen sollen. "Mit der Wandelanleihe runden wir unser langfristiges Finanzierungskonzept ab", sagte der Karstadt-Quelle-Vorstandsvorsitzende Christoph Achenbach.

Derzeit liefen jedoch Gespräche über eine weitere Anleihe, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Essen. Zu Umfang und Zeitpunkt wollte er keine Stellung nehmen. Nach Informationen des "Handelsblattes" (Mittwochausgabe) soll es in diesem Jahr jedoch keine weitere Finanzierungsrunde wie die Platzierung einer Hochzinsanleihe über rund 500 Mill. Euro geben.

Verkaufsgespräche

Zuvor hatte der Konzern bereits mit einem Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer und einem Kredit über 1,75 Mrd. Euro für weitere Stützpfeiler seines Sanierungsprogramms gesorgt. Auch die laufenden Gespräche mit der Deutschen Post über den Verkauf von Teilen der Logistik-Sparte seien "relativ weit" gediehen, sagte der Sprecher.

Unterdessen leitete Karstadt-Quelle auch den Verkauf der Sporthandelsketten Runners Point und Golf House ein. Es gebe mehrere Interessenten, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Verkaufsprozess werde von den Banken ABN Amro und Societé Generale begleitet. Wann mit einem Abschluss zu rechnen sei, wollte er nicht sagen.

Anleihe

Zu den Interessenten gehört nach eigenen Angaben der Sporthändler Intersport. "Als größter Sporthändler Deutschlands können wir uns dem nicht verschließen", sagte Intersport-Vorstand Hartmut Fröhlich der "Heilbronner Stimme" (Mittwochausgabe). Karstadt-Quelle trennt sich von den Fachhändlern, um Geld für die Sanierung in die Kasse zu bekommen. Insgesamt soll der Verkauf von Unternehmensteilen bis Ende nächsten Jahres rund eine Milliarde Euro bringen.

Die fünfjährige Wandelanleihe war ursprünglich auf ein Volumen von 140 Mill. Euro plus Mehrzuteilungsoption von 14 Mill. Euro angelegt, wurde dann aber wegen der großen Nachfrage um weitere 16 Mill. Euro aufgestockt. Die Wandelanleihe wurde noch am Mittwoch über die niederländische Tochter Karstadt Finance B.V. platziert. Abhängig von der endgültigen Festsetzung der Wandelprämie, könnten später bis zu gut 19 Mill. Aktien der Karstadt-Quelle AG umgewandelt werden. Konsortialführerin ist die Dresdner Bank, die Wandelschuldverschreibungen werden bei institutionellen Anlegern außerhalb der USA platziert./

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