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Karstadt-Quelle verhandelt mit Aktionären - Details zu Bezugspreisen

Beim angeschlagenen Handelskonzern Karstadt-Quelle sind am Donnerstag die fieberhaften Verhandlungen mit den kritischen Aktionären über die Rettung der beschlossenen Kapitalerhöhung fortgesetzt worden.

dpa-afx ESSEN. Beim angeschlagenen Handelskonzern Karstadt-Quelle sind am Donnerstag die fieberhaften Verhandlungen mit den kritischen Aktionären über die Rettung der beschlossenen Kapitalerhöhung fortgesetzt worden. Der Konzern kündigte für den Nachmittag eine Mitteilung zu den Verhandlungen mit den Aktionären an, die einen notariell beglaubigten Widerspruch zu Protokoll gegeben haben. Die überlebenswichtige Kapitalerhöhung und der vereinbarte Kredit von 1,75 Mrd. Euro würden scheitern, falls es bis Freitag keine Einigung bei den Widersprüchen gibt. Dann könnte die Insolvenz drohen.

Zudem gibt Karstadt-Quelle noch am Donnerstag die Bezugspreisspanne für die 93,041 Mill. neuen Aktien bekannt. Damit sollen 500 Mill. Euro für die Sanierung des Unternehmens erlöst werden. Die Hauptaktionärin Madeleine Schickedanz (Pool/41,55 Prozent) und die Allianz/Dresdner Bank beteiligen sich mit insgesamt rund 280 Mill. Euro an der Kapitalerhöhung. Mit dem Bankenkonsortium ist vereinbart worden, die neuen Aktien im Verhältnis acht zu sieben anzubieten. Der Mindestbezugpreis wird bei 4,00 Euro liegen. Das obere Ende der Spanne ist jedoch noch unklar.

Karstadt Erwartet Mindestens 5,38 Euro

Konzernchef Christoph Achenbach hatte am Montag auf der außerordentlichen Hauptversammlung gesagt, er erwarte einen Preis von mindestens 5,38 Euro. "Sollte der Bezugspreis unter 5,38 Euro liegen, wäre mit der heute zu beschließenden Kapitalerhöhung der geplante Emissionserlös von mindestens 500 Mill. Euro nicht auf direktem Weg zu erzielen." In diesem Fall werde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats rund 32 Mill. weitere Anteilsscheine platzieren.

Die Bezugsfrist für die neuen Aktien von Karstadt-Quelle soll am 30. November beginnen und am 13.Dezember enden. Am 29. November sei der Verkaufsprospekt bei den Banken zu erhalten. Der Bezugsrechtshandel laufe am 9. Dezember aus. Am 14. Dezember würden die neuen Aktien erstmals an der Börse gehandelt, sagte Achenbach.

Verhandlungen MIT Barclays

Nach Informationen aus Branchenkreisen verhandelt das Unternehmen unterdessen über ein weiteres Darlehen von 500 Mill. Euro neben Goldman Sachs auch mit der britischen Barclays Bank . Das Interesse gehe aber primär von den Investmentbanken aus, die dringend auf der Suche nach lukrativen Mandaten seien, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. Karstadt-Quelle plant Beteiligungsverkäufe im Volumen von etwa einer Milliarde Euro.

Neben der beschlossenen Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro und dem bereits vereinbarten Kredit über 1,75 Mrd. Euro will Karstadt-Quelle sich mit der Darlehenszusage einen weiteren finanziellen Puffer verschaffen. Die Mittel würden aber nicht für die Sanierung gebraucht, sondern sollten als zusätzliche "Argumentationshilfe" dienen, um bei den laufenden Verkaufsgesprächen in einer stärkeren Verhandlungsposition zu sein.

Die Verhandlungen zwischen Karstadt-Quelle und dem Schweizer Logistikkonzern Kühne & Nagel über den Verkauf der Logistikaktivitäten waren wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen abgebrochen worden. Wie die Kreise berichteten, wollte Kühne & Nagel den bereits fixierten Preis nochmals um etwa zehn Prozent nach unten drücken. Daraufhin beendete der Handelskonzern die Gespräche.

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