Archiv
Karstadt-Quelle verkauft Logistik nicht mehr vor Jahresende

Der angeschlagene Handelskonzern Karstadt-Quelle wird die Verkaufsverhandlungen für seine Logistik-Sparte nach Informationen aus Branchenkreisen nicht mehr in diesem Jahr abschließen.

dpa-afx ESSEN. Der angeschlagene Handelskonzern Karstadt-Quelle wird die Verkaufsverhandlungen für seine Logistik-Sparte nach Informationen aus Branchenkreisen nicht mehr in diesem Jahr abschließen. Vor Jahresende würden die Verträge nicht unterschrieben, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag.

An einem positiven Abschluss gibt es inzwischen aber keinen Zweifel mehr. Die Verhandlungen mit der Deutschen Post-Tochter DHL und dem Logistik-Spezialisten Fiege würden "in den kommenden Wochen mit Sicherheit abgeschlossen werden", hieß es aus den gut unterrichteten Kreisen.

Verkauf VON Beteiligungen

Die DHL will das Zentrallager in Unna und Teile der Tochtergesellschaft Optimus übernehmen, Fiege die Groß- und Stückgutlogistik kaufen. Karstadt-Quelle will sich von Warenhäusern, Fachhändlern und Beteiligungen im Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro trennen, um die Sanierung voranzutreiben. Bereits verkauft wurden der Anteil am Kaffeehaus-Betreiber Starbucks, zwei Call-Center und zwei Warenhäuser.

Durch eine Kapitalerhöhung (535 Mill. Euro), eine Wandelanleihe (170 Mill. Euro) und einen dreijährigen Kredit mit 16 Gläubigerbanken (1,75 Mrd Euro) war zuletzt das Überleben des traditionsreichen Unternehmens gesichert worden. Als zusätzlicher finanzieller Puffer könnte im kommenden Jahr ein Kredit über 500 Mill. Euro aufgenommen werden. Gespräche mit den Investmentbanken Goldman Sachs und Barclays laufen.

Weitere Verhandlungen

Zudem verhandelt Karstadt-Quelle über den Verkauf der Sporthandelsketten Runners Point und Golf House. Es gibt mehrere Interessenten. Bei den angestrebten Desinvestitionen sei der Konzern aber teilweise ein wenig in Verzug geraten, hatte Vorstandschef Christoph Achenbach zuletzt in einem Interview gesagt. Mehrere Kaufinteressenten versuchten, die angespannte Lage des Konzerns auszunutzen und hätten niedrige Angebote abgegeben.

Achenbach hatte für die Zukunft eine strategische Partnerschaft im Warenhausgeschäft in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen. Er betonte, dass Karstadt-Quelle gegenwärtig nicht auf der Suche nach einem Partner für das Warenhausgeschäft ist. "Das ist noch Zukunftsmusik. Aber wenn wir nach vorne marschieren wollen, könnten Partnerschaften hilfreich sein."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%