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Karstadt-Quelle verschafft sich bei Banken Luft

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern hat eine Einigung mit den Gläubigerbanken erzielt und seine Liquidiät bis zum Jahresende gesichert.

dpa-afx ESSEN. Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern hat eine Einigung mit den Gläubigerbanken erzielt und seine Liquidiät bis zum Jahresende gesichert. "Wir haben einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Abschluss der Drei-Jahres-Finanzierung im Rahmen der Sanierung unseres Konzerns gemacht", sagte Finanzvorstand Harald Pinger am Mittwoch in Essen. Zudem hat sich der Konzern mit der Zusicherung der Banken Luft für das wichtige Weihnachtsgeschäft verschafft. "Das Weihnachtsgeschäft ist gesichert" sagte Konzernsprecher Jörg Howe dpa-AFX.

Die Karstadt-Quelle-Aktie, die angesichts des Überlebenkampfs des Unternehmens immer mehr zum Spielball von spekulativen Hedge-Fonds geworden ist, dämmte infolge der Nachricht ihre Verluste etwas ein. Bis zum Nachmittag verbuchte sie ein Minus von 4,51 Prozent auf 9,10 Euro. Im Tagesverlauf war sie bei 8,58 Euro auf einen historischen Tiefstand gefallen.

Verhandlungen BIS Mitte November

Karstadt-Quelle verhandelt derzeit mit den Banken um eine Aufstockung der kurzfristigen Kredite auf 1,75 Mrd. Euro und eine Verlängerung der Laufzeiten auf drei Jahre. "Unser Ziel ist es jetzt, schnellstmöglich die syndizierte Finanzierung mit den Banken für die nächsten drei Jahre unter Dach und Fach zu bringen. Wir sind in unseren Gesprächen mit den Banken dazu auf einem guten Weg", sagte Pinger. Laut Howe dürften die Gespräche bis Mitte November abgeschlossen sein.

An der Maßnahme wird sich nach Konzernabgaben auch die Nordlb beteiligen. Bislang galt das Institut, dessen Forderungen sich auf 25 Mill. Euro belaufen, als Wackelkandidat, genauso wie die türkische AK Bank. Letztere hat ausstehende Forderungen an Karstadt-Quelle in Höhe von 40 Mill. Euro. Am Vortag hieß es in Kreisen, ein Ausstieg der AK Bank sei so gut wie sicher. Howe wollte sich dazu nicht äußern.

'Wird Keine Weiteren Probleme Geben'

Das derzeit von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellte Gutachten zum Sanierungskonzept soll Anfang November auf dem Tisch liegen. Howe nannte die Erstellung des Gutachtens, "einen ganz normalen Vorgang". Die Sanierung sei aber anders als von dem Magazin "Wirtschaftswoche" behauptet, keineswegs gefährdet. "Wir gehen davon aus, dass es keine weiteren Probleme geben wird."

Karstadt-Quelle hatte sich am vergangenen Donnerstag mit der Gewerkschaft ver.di auf den Abschluss eines Solidaritätspaktes geeinigt. Dieser sieht unter anderem Einsparungen bei den Personalkosten in Höhe von 760 Mill. Euro im Warenhausbereich und im Versandhandel vor.

Auf der für den 22. November einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Aktionäre zudem einer Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Mill. Euro zustimmen. Unmittelbar vor der außerordentlichen Hauptversammlung ist geplant, die syndizierte Finanzierung des Bankenkonsortiums festzulegen. Das Bankenkonsortium wird von der Bayerischen Landesbank und der ABN Amro Bank angeführt. Insgesamt sind voraussichtlich 16 Banken an dem Konsortium beteiligt. Die Bayerische Landesbank gilt als größter Gläubiger.

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