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Karstadt-Quelle: Weichen für Kapitalerhöhung gestellt

Nach der Unterschrift des Bankenkonsortiums unter die Mrd.-Kredite für den angeschlagenen Karstadt-Quelle- Konzern steht jetzt einer Zustimmung der Aktionäre zu der geplanten Kapitalerhöhung nichts mehr im Wege.

dpa ESSEN. Nach der Unterschrift des Bankenkonsortiums unter die Mrd.-Kredite für den angeschlagenen Karstadt-Quelle - Konzern steht jetzt einer Zustimmung der Aktionäre zu der geplanten Kapitalerhöhung nichts mehr im Wege. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf sollen die Anteilseigner der Kapitalerhöhung zustimmen, die rund 500 Mill. Euro in die Kassen des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bringen soll.

Wichtige Großaktionäre wie der Pool Madeleine Schickedanz und die Dresdner Bank AG hätten bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, die Kapitalerhöhung entsprechend ihres Anteils zu zeichnen, teilte das Unternehmen mit. Die überlebenswichtige Kapitalerhöhung, die das drastisch geschrumpfte Eigenkapital von Karstadt-Quelle auffüttern soll, gilt damit als endgültig gesichert.

"Wir können jetzt daran gehen, auf unserer außerordentlichen Hauptversammlung die notwendige Kapitalerhöhung sicherzustellen", erklärte Konzernchef Christoph Achenbach. Dies sei ein wichtiger weiterer Schritt, um Karstadt-Quelle schnellstmöglichst wieder zu einem profitablen Unternehmen zu machen.

Nach langen Verhandlungen hatte ein Konsortium von 16 Banken am Freitag schließlich die Unterschriften unter eine der Karstadt-Quelle AG gewährte Kreditlinie von 1,75 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren gesetzt. Als letzte Institute hatten die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) vor kurzem zugestimmt. Beide Landesbanken, die mit je 25 Mill. Euro beim Essener Konzern engagiert sind, hatten nach Angaben aus Branchenkreisen bislang eine Einigung unter den Gläubigerbanken behindert. Das Konsortium wird von der Bayerischen Landesbank und der ABN Amro Bank koordiniert. Die Banken zeigten "mit diesem Kredit ein hohes Maß an Vertrauen in den Konzern und das Management", sagte Achenbach.

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte die Kapitalerhöhung. "Das ist die schlechtestes Kapitalerhöhung, die ich je erlebt habe", sagte DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag). Die Banken seien die Hauptprofiteure der Kapitalerhöhung. Zur Sanierung des Konzern hätten die Kreditinstitute noch nicht viel beigetragen. Kleinaktionäre sollten sich eine Zeichnung der Kapitalerhöhung sehr genau überlegen.

Ein unabhängiger Sanierer soll den weiteren Sanierungsprozess nun nach Informationen aus Branchenkreisen auf Drängen beteiligter Kreditinstitute begleiten. Auch die Unternehmensberatung Roland Berger solle in die Restrukturierung eingebunden werden. Vor gut einer Woche hatte Roland Berger in einem von den Banken beauftragten Gutachten grünes Licht für den Sanierungsplan des Warenhauskonzerns gegeben.

Das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) geforderte Gutachten sei für die Banken bereits bei der Vorlage das entscheidende Zusagekriterium gewesen, hieß es in Bankenkreisen. Das Restrukturierungskonzept greife an die richtigen Hebel und sei geeignet, die bisherigen Verlustursachen im Karstadt-Quelle-Konzern zu beseitigen, hieß es in dem Gutachten.

Neben der Verlängerung der Kreditlinien und der Zustimmung der Aktionäre zu der Kapitalerhöhung war die Einigung mit der Belegschaft eine der Schlüsselelemente für die Sanierung des Konzerns. Mit ihrer Zustimmung zu dem geplanten Abbau von 5 500 Stellen und zu Lohneinbußen soll der Sanierungsbeitrag der Belegschaft bei 760 Mill. Euro liegen. Zudem verhandelt Karstadt-Quelle auch noch mit mehreren Geldgebern über eine weitere Finanzierung von rund 500 Mill. Euro als zusätzlichen "Puffer".

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