Karstadt und Pro Sieben im Blick
Technologiewerte belasten Dax

Belastet von Kursverlusten der Technologiewerte hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Montag nach einem insgesamt schleppenden Geschäftsverlauf schwächer geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen High-Tech-Titel gerieten gegen Abend parallel zu ihren internationalen Wettbewerbern verstärkt unter Druck, nachdem die US-Investmentbank Bear Sterns ihre Einstufung für Fairchild Semiconductor gesenkt hatte.

Das Interesse der Anleger habe sich jedoch vor allem auf den MDax konzentriert, sagten Händler. Die Titel von Karstadt-Quelle verloren zeitweise mehr als fünf Prozent, nachdem das Unternehmen einen überraschend hohen Verlust bekannt gegeben hatte. Dagegen hätten die Papiere von Pro Sieben Sat.1 von Übernahmefantasien profitiert, hieß es unter Händlern. Insgesamt sei das Geschäft bei niedrigen Umsätzen ruhig verlaufen. Der Bankenfeiertag in Großbritannien habe sich bemerkbar gemacht.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Montag 1,2 Prozent schwächer bei 3 783,84 Zählern, nachdem er zuvor zeitweise knapp zwei Prozent im Plus gelegen hatte. Am Neuen Markt gewann der Auswahlindex Nemax-50 0,5 Prozent auf 518,64 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax beendete den Börsentag 0,5 Prozent im Minus bei 3 451,87 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um ein Prozent auf 2793,29 Zähler nach.

TV-Duell ohne Einfluss auf Aktienmarkt

Das erste Kanzlerkandidaten-Duell der deutschen Fernsehgeschichte vom Vorabend zwischen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) und seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) spielte am Aktienmarkt keine Rolle. "Ich habe keine neuen Positionen gehört", sagte ein Händler. "Warum sollte ich also deswegen Aktien kaufen?"

Die Aktien von Karstadt-Quelle schlossen 1,5 Prozent im Minus bei 22,05 Euro. Der Einzelhandelskonzern verbuchte im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang und höhere Verluste als von Analysten erwartet. Unterdessen stiegen die Papiere von Pro Sieben um 4,6 Prozent auf 7,75 Euro. Die insolvente und zum Verkauf stehende Muttergesellschaft Kirch Media erwägt, möglichen Investoren einen direkten Einstieg bei der profitablen TV-Tochter Pro Sieben Sat.1 zu ermöglichen.

Die ebenfalls im MDax gelisteten Titel von WCM verloren 7,2 Prozent auf 3,08 Euro. Das Unternehmen ist nach dem Reuters vorliegenden Geschäftsbericht im ersten Halbjahr in die Verlustzone gerutscht. Außerdem rechnet WCM vorerst nicht mit einer Belebung im Kerngeschäftsfeld Beteiligungen.

Siemens-Titel geben nach

Unter den Technologiewerten gehörten die Aktien von Siemens mit einem Minus von vier Prozent auf 49,41 Euro zu den größten Verlierern. Sie wurden Händlern zufolge zusätzlich vom möglichen Abbau weiterer 4000 Stellen in der krisengeschüttelten Netzwerksparte ICN belastet. Rund ein Drittel der gesamten Verluste im Dax ging auf das Konto dieses Papiers.

Die Aktien der Deutschen Telekom legten in Hoffnung auf Kosteneinsparungen im Mobilfunkbereich zunächst zu, drehten dann aber parallel zum Gesamtmarkt ins Minus und schlossen 0,6 Prozent schwächer bei 11,18 Euro. Das Unternehmen rechnet mit der Genehmigung der Partnerschaft mit dem britischen Mitbewerber MMO2 durch die Europäische Union. Dadurch könnte der mit rund 64 Milliarden Euro verschuldete Bonner Konzern drei Milliarden Euro einsparen.

Nordex-Aktien liegen kräftig im Plus

Am Neuen Markt zogen die Aktien von Nordex um 8,3 Prozent auf 3,52 Euro an. Der Hersteller von Windkraftanlagen hatte zuvor für das abgelaufene Quartal eine operativen Gewinnzuwachs bekannt gegeben.

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