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Karstadtquelle-Chef kritisiert alte Führung als zu zögerlichDPA-Datum: 2004-07-13 11:18:20

(dpa-AFX) Essen - Der neue Vorstandschef des in die roten Zahlen gerutschten Karstadtquelle-Konzerns hat die alte Unternehmensführung kritisiert. Der Chef von Europas größtem Versand- und Warenhauskonzern, Christoph Achenbach, rügte "fehlende Entschluss- und Umsetzungsfreudigkeit der alten Führung. Achenbach hatte im Juni den Chefposten von Wolfgang Urban übernommen. "Unsere Ausgangslage hat sich in den vergangenen Monaten auf breiter Front deutlich verschlechtert", sagte Achenbach der Karstadt-Mitarbeiterzeitung in Essen.

(dpa-AFX) Essen - Der neue Vorstandschef des in die roten Zahlen gerutschten Karstadtquelle-Konzerns hat die alte Unternehmensführung kritisiert. Der Chef von Europas größtem Versand- und Warenhauskonzern, Christoph Achenbach, rügte "fehlende Entschluss- und Umsetzungsfreudigkeit der alten Führung. Achenbach hatte im Juni den Chefposten von Wolfgang Urban übernommen. "Unsere Ausgangslage hat sich in den vergangenen Monaten auf breiter Front deutlich verschlechtert", sagte Achenbach der Karstadt-Mitarbeiterzeitung in Essen.

"Für unser Ziel, den Konzern wieder auf die Erfolgsspur zu bringen, müssen wir alle gemeinsam noch sehr viel harte und engagierte Arbeit leisten", forderte Achenbach von den 100 000 Beschäftigten. "Wir werden auf Grund unserer schlechten Umsatz- und Ertragslage nicht darum herum kommen, von allen einen Beitrag zur Sanierung der Karstadtquelle AG zu fordern", sagte er.

Um das Unternehmen zu straffen, hatte Achenbach bereits Anfang Juli den Abbau von 4000 Arbeitsplätzen innerhalb der Warenhaustochter angekündigt. Verkaufspersonal und Standorte sollen nicht betroffen sein. Jetzt kämen weitere Unternehmensteile, unter anderem der Versandhandel, deren Chef Achenbach zuletzt war, auf den Prüfstand.

"Deutlich Menschlicheren Umgangston"

Achenbach kündigte trotz des harten Sanierungskurses einen "deutlich menschlicheren Umgangston" im Unternehmen an. "Ich bin mir bewusst, dass es in den vergangenen Monaten, vielleicht sogar noch länger, nicht zum Besten mit dem Arbeitsklima, dem zwischenmenschlichen Umgang, innerhalb des Konzerns bestellt war und möglicherweise sogar noch immer ist", sagte Achenbach. Von den Beschäftigten erwartet er unterdessen, sie sollten wieder mehr auf die Kunden und deren Wünsche eingehen.

Der Handelsriese will Sanierungspläne für den Gesamtkonzern voraussichtlich im Oktober vorlegen. Unterstützt wird Achenbach vom neuen Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff, früher Bertelsmann.

Karstadtquelle war nach einem schwachen Jahr 2003 auch ins neue Jahr schlecht gestartet. Im ersten Quartal vergrößerte sich der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Vierfache auf 110 Millionen Euro. Auch in den Folgemonaten lief das Geschäft schlecht.

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