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Karstadtquelle erwartet Millionenverlust und plant Sanierung

(dpa-AFX) Essen - Nach einem enttäuschenden schwachen zweiten Quartal hat der angeschlagene Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle < KAR.ETR > seinen Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Der Konzern erwartet nun einen dreistelligen operativen Millionenverlust und weiter rückläufige Umsätze. Zugleich kündigte Karstadtquelle-Chef Christoph Achenbach an, in den kommenden Monaten die Eckpfeiler für eine weit reichende Sanierung zu setzen, an deren Ende ein verschlankter, um Randgeschäfte bereinigter und profitabler Konzern stehen soll. Im dritten Quartal sei deswegen mit außerordentlichen Belastungen zu rechnen. Details zu Neuausrichtung will Achenbach Ende September vorstellen.

(dpa-AFX) Essen - Nach einem enttäuschenden schwachen zweiten Quartal hat der angeschlagene Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle < KAR.ETR > seinen Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Der Konzern erwartet nun einen dreistelligen operativen Millionenverlust und weiter rückläufige Umsätze. Zugleich kündigte Karstadtquelle-Chef Christoph Achenbach an, in den kommenden Monaten die Eckpfeiler für eine weit reichende Sanierung zu setzen, an deren Ende ein verschlankter, um Randgeschäfte bereinigter und profitabler Konzern stehen soll. Im dritten Quartal sei deswegen mit außerordentlichen Belastungen zu rechnen. Details zu Neuausrichtung will Achenbach Ende September vorstellen.

An der Börse sorgten die Nachrichten von schlechter als erwartet ausgefallenen Quartalzahlen und dem drohenden Verlusten im Gesamtjahr für eine Talfahrt der Aktie. Am Vormittag gab das Papier um 2,78 Prozent auf 16,08 Euro nach und war zeitweise schwächster Wert im Mdax < Mdax.ETR > . Die von Karstadtquelle ohnehin nicht erfolgsverwöhnten Börsianer zeigten sich von den Ergebnissen schockiert. "Die Zahlen sehen furchtbar aus", sagte ein Händler. Der Ausblick sei "desaströs". "Man sollte die Finger von der Aktie lassen", riet ein anderer. Die Investmentbank Merrill Lynch bestätigte das Papier mit "Sell". Noch gebe es keine detaillierten Pläne des Managements, die den Investoren Sicherheit geben könnten, hieß es.

Umsatz UND Ergebnis Brechen WEG

Für das zweite Quartal wies Karstadtquelle einen Umsatzrückgang von 7,6 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro aus. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher und die extremen Rabattschlachten brachten den Kerngeschäftsfeldern stationärer Einzelhandel (Warenhäuser und Fachgeschäfte) und Versandhandel (Quelle, Neckermann) deutliche Umsatzeinbußen von 9,7 und 6,4 Prozent ein. Das operative Ergebnis brach in beiden Bereichen regelrecht weg. Ebenfalls rückläufig entwickelte sich die Sparte Dienstleistungen mit der 50-Prozent-Beteiligung am Touristikunternehmen Thomas Cook.

Beim bereinigten Konzernergebnis vor Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebta) vergrößerte sich der Verlust von 141 auf 217,6 Millionen Euro. Inklusive Sonderfaktoren wie der Neuordnung der Altersversorgung betrug der Verlust 268,7 Millionen Euro. Der Fehlbetrag vergrößerte sich im Quartal von 27,79 auf 188,12 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten einen Umsatz von 3,439 Milliarden Euro, einen Ebta-Verlust von 179 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von 118 Millionen Euro erwartet.

Prognose Gesenkt

Für das Gesamtjahr senkte Karstadtquelle seine Prognose und erwartet nun einen Ebta-Verlust vor Restrukturierungskosten zwischen 160 Millionen und 200 Millionen Euro. Der Konzernumsatz soll um 4,5 bis 5 Prozent sinken. Die frühere Schätzung sah im schlimmsten Fall ein Umsatzminus von 3 Prozent und einen Ebta-Verlust im mittleren zweistelligen Millionenbereich vor.

"In der zweiten Jahreshälfte kämpfen wir sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite um jeden Euro", sagte Vorstandschef Achenbach im Halbjahresbericht des Konzerns. Die geplante Neuausrichtung des Unternehmens mit der Rückbesinnung auf das Handelsgeschäft und dem Umbau der Geschäftsmodelle Warenhaus und Universalversand bedeute in den Geschäftsjahren 2004 und 2005 aber einen harten Konsolidierungs- und Sanierungskurs. "Es darf und es wird bei dieser Neuausrichtung keine Tabus geben", kündigte Achenbach an. Einschnitte seien in vielen Bereichen notwendig.

Der Konzernchef hatte bereits angekündigt, dass zu den ohnehin geplanten 4.000 Stellenstreichungen im Warenhausgeschäft weitere im Versandhandel folgen könnten. Auf dem Prüfstand stehen die Fitness-Center oder die Kooperation mit der US-Kaffeehauskette Starbucks < Sbux.NAS > < SRB.FSE > . An der Beteiligung am Touristikunternehmen Thomas Cook will Karstadtquelle aber festhalten. Zugleich soll die Internationalisierung des Konzerns vorangetrieben werden. "In den kommenden fünf Jahren möchte ich den Auslandsumsatz deutlich anheben", sagte Achenbach in einem dpa-Gespräch. Im Versandhandel solle der Auslandsanteil am Umsatz auf 35 Prozent wachsen. Derzeit liegt er bei 27 Prozent.

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