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Karstadtquelle will längere Arbeitszeiten in KaufhäusernDPA-Datum: 2004-07-22 13:13:27

(dpa-AFX) Essen - Der Essener Karstadtquelle-Konzern < KAR.ETR > will mit einer Arbeitszeitverlängerung auf 40 bis 42 Wochenstunden in seinen Kaufhäusern einen weiteren Schritt aus der Krise machen. Derzeit arbeiten die 47.000 Beschäftigten im stationären Einzelhandel zwischen 37 Stunden im Westen und 38 Stunden im Osten. Der Vorstandsvorsitzende der Karstadt Warenhaus AG, Helmut Merkel, sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), längere Arbeitszeiten könnten auch ein Weg sein, die Zahl der nötigen Stellenstreichungen zu reduzieren. Der Konzern hatte angekündigt, bis 2006 rund 4.000 Stellen der Warenhaus AG zu streichen.

(dpa-AFX) Essen - Der Essener Karstadtquelle-Konzern < KAR.ETR > will mit einer Arbeitszeitverlängerung auf 40 bis 42 Wochenstunden in seinen Kaufhäusern einen weiteren Schritt aus der Krise machen. Derzeit arbeiten die 47.000 Beschäftigten im stationären Einzelhandel zwischen 37 Stunden im Westen und 38 Stunden im Osten. Der Vorstandsvorsitzende der Karstadt Warenhaus AG, Helmut Merkel, sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), längere Arbeitszeiten könnten auch ein Weg sein, die Zahl der nötigen Stellenstreichungen zu reduzieren. Der Konzern hatte angekündigt, bis 2006 rund 4.000 Stellen der Warenhaus AG zu streichen.

Bis Oktober will der neue Karstadtquelle-Chef Christoph Achenbach alle Konzernsparten auf den Prüfstand stellen. Dazu zählt auch der Versandhandel mit Quelle und Neckermann. Beim defizitären Touristikkonzern Thomas Cook, der je zur Hälfte Karstadtquelle und der Lufthansa gehört, läuft die Sanierung bereits.

Einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" zufolge werden rund 2.000 Beschäftigte bei Thomas Cook mindestens ein Jahr wieder 40 Stunden pro Woche arbeiten. Darauf hätten sich Betriebsrat, Geschäftsführung und die Gewerkschaft ver.di geeinigt. Die Beschäftigten sollen im Gegenzug nach drei Geschäftsjahren eine Einmalzahlung von 1.000 Euro erhalten, sofern das Unternehmen Gewinne macht. Bislang gelte die 38,5 Stundenwoche. Zudem hätten sich beide Seiten darauf geeinigt, alle von Juli 2004 an geltenden Tariferhöhungen auf Anfang 2006 zu verschieben. Außerdem seien je fünf unbezahlte Urlaubstage in diesem und im nächsten Geschäftsjahr vorgesehen.

Ver.di betonte, es handele sich nicht um eine Rückkehr zur 40- Stunden-Woche. Vielmehr werde ein "unverzinster Zeitkredit" gewährt, sagte der Leiter der tarifpolitischen Abteilung der Gewerkschaft, Jörg Wiedemuth, am Donnerstag in Berlin. Danach sollen die Beschäftigten bei Thomas Cook pro Woche 1,5 Stunden länger arbeiten, ohne dafür einen Überstundenzuschlag zu erhalten. Diese Stunden sollten auf Zeitkonten gesammelt und dann mit dem regulären Arbeitslohn vergütet werden, wenn der defizitäre Konzern wieder Gewinne mache.

Im Kaufhaus-Geschäft will Deutschlands größter Warenhaus-Konzern neben der Mehrarbeit auch Jahresarbeitszeitkonten vereinbaren. Dann könnten besonders im Weihnachtsgeschäft die Beschäftigten länger arbeiten. Der Konzern hatte nach Verlusten zunächst eine Sanierung der Karstadt Warenhaus AG (Warenhäuser und Fachgeschäfte) mit 47.000 Beschäftigten und rund sieben Milliarden Euro Umsatz angekündigt. Das Verkaufspersonal will der Konzern dabei weitgehend vom Stellenabbau ausnehmen, um den Kundenservice zu erhalten.

Karstadtquelle beschäftigt insgesamt rund 100.000 Menschen und hat 2003 über 15 Milliarden Euro umgesetzt, 3,4 Prozent weniger als 2002. Am 4. August will der Konzern seine Halbjahresbilanz vorlegen, in der weitere Rückgänge erwartet werden.

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