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Karstadtquelle will mindestens 75% von Hypothekenbank verkaufen

Der Karstadtquelle-Konzern will seine Hypothekenbank verkaufen. Mindestens 75 Prozent der Anteile sollten verkauft werden, teilte die Bank am Freitag mit und bestätigte entsprechende Presseberichte. Als mögliche Käufer wurden in der "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitag) die niederländische Bank ABN Amro sowie die Deutsche Postbank genannt. Beide Institute wollten sich aber auf Nachfrage nicht dazu äußern.

dpa-afx ESSEN. Der Karstadtquelle-Konzern will seine Hypothekenbank verkaufen. Mindestens 75 Prozent der Anteile sollten verkauft werden, teilte die Bank am Freitag mit und bestätigte entsprechende Presseberichte. Als mögliche Käufer wurden in der "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitag) die niederländische Bank ABN Amro sowie die Deutsche Postbank genannt. Beide Institute wollten sich aber auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Die Hypothekenbank, die Ende 2001 noch unter der Federführung des damaligen Finanzchefs Norbert Nelles gegründet wurde, verfügt über ein Eigenkapital von rund 250 Mill. Euro. Die Landesbank Rheinland-Pfalz hält einen Verkaufserlös von 200 Mill. Euro für denkbar. Es gebe Interessenten für Retail-Banken im Finanzsektor. Die Postbank weise beispielsweise einen vergleichbaren Kundenfokus auf.

Karstadtquelle-Aktie Legt ZU

Die Karstadtquelle-Aktie gehörte den Freitag über zu den größten Gewinnern im MDax und verbuchte gegen 16.00 Uhr ein Plus von 4,26 Prozent auf 14,25 Euro. Börsianer sprachen von einem "Schritt in die richtige Richtung". Die Deutsche Bank stufte den Titel auf "Buy" hoch.

Der Verkauf steht im Zusammenhang mit den Sanierungsplänen des angeschlagenen Konzerns. Vorstandschef Christoph Achenbach will das Konzept, mit dem der Verluste schreibende Konzern aus der Krise steuern will, am kommenden Dienstag vorstellen. Erwartet werden die Schließung unrentabler Warenhäuser, Einschnitte beim Versandgeschäft, eine Neuausrichtung der Hauptsparten und die Trennung von nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteilen. Achenbach hatte bereits angekündigt, alles auf den Prüfstand zu stellen und um jeden Euro zu kämpfen.

Ebenfalls am Freitag meldete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", dass die Einschnitte noch härter ausfallen könnten als bisher angenommen. Vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag berate der Vorstand derzeit in einem streng abgeschirmten Sitzungsmarathon über die Details des Konzepts. Nach Informationen der Zeitung werde dabei auch über die Ausgliederung kleiner, unrentabler oder in ihrer Struktur nicht passender Filialen in eine eigene Gesellschaft diskutiert.

Aktionärsschützer: Nicht NUR Arbeitnehmer Sollen Zahlen

Aktionärsschützer haben unterdessen dazu aufgerufen, bei der bevorstehenden Sanierung des Handelsriesen nicht allein die Arbeitnehmer die Zeche zahlen zu lassen. "Ganz wichtig ist nun ein ausgewogenes Konzept, das alle Betroffenen mit einbezieht", sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "Es muss so sein, dass alle bezahlen, nicht nur die Arbeitnehmer", sagte er.

Das Unternehmen habe nun die große Chance, ein umfassendes Konzept vorzulegen. "Die Uhren bei Karstadtquelle müssen nun auf Null gestellt werden", forderte er. "Dienstag ist ein Schicksalstag für Karstadtquelle", sagte Tüngler. Von dem neuen Konzernchef Christoph Achenbach werde nun ein "hartes Durchgreifen" erwartet.

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