Kartellamt lehnt Kommentar zur Prüfung ab: Kauf von Ullstein Heyne List beim Kartellamt angemeldet

Kartellamt lehnt Kommentar zur Prüfung ab
Kauf von Ullstein Heyne List beim Kartellamt angemeldet

Deutschlands größter Buchverlag Random House hat die geplante Übernahme der Buchsparte des Axel Springer Verlags, Ullstein Heyne List, beim Bundeskartellamt angemeldet und ist zuversichtlich, eine Genehmigung zu erhalten. Branchenkreise rechnen mit einem Abschluss der Verhandlungen zwischen den beiden Verlage noch in dieser Woche.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben das Bundeskartellamt um seine Zustimmung zum Zusammenschluss von Random House und Ullstein Heyne List gebeten. Die Prüfung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen", sagte ein Sprecher der Bertelsmann-Tochter am Montag. Zum Stand der Verhandlungen über den Kauf des Springer-Buchgeschäfts, mit einem Umsatz von 167 Mill. Euro und einem operativen Verlust von 46 Mill. Euro (2001) Deutschlands drittgrößter Buchverlag, wollte der Sprecher nichts sagen. Zeitungen hatten am Wochenende berichtet, die Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss. "Noch ist kein Vertrag unterschrieben", sagte der Sprecher.

Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hatte Ende Januar bestätigt, mit Springer über den Kauf von Ullstein Heyne List zu sprechen, nachdem Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner die Buchsparte im Dezember zur Disposition gestellt hatte.

Mit einem Zusammenschluss kämen die beiden Verlage zusammen auf einen Anteil an dem sehr fragmentierten deutschen Buchmarkt von 11 Prozent, erläuterte der Sprecher weiter. Zur Ermittlung von dominierenden Marktpositionen hat das Bundeskartellamt bisher aber auch einzelne Segmente als relevante Märkte gewertet. Kritisch werden könnte daher die relativ starke Stellung beider Verlage im Taschenbuchmarkt. Random House sieht den Anteil der beiden Verlage in diesem Segment bei unter 30 Prozent, plädiert beim Bundeskartellamt nach Angaben von Branchenkreisen aber dennoch für eine Aufhebung der Marktunterteilung. Die Übergänge zwischen Taschenbüchern und so genannten Hardcover-Ausgaben sei sowohl beim Produkt als auch beim Preis inzwischen fließend, lautet die Argumentation.

Ein Sprecher des Bundeskartellamtes bestätigte lediglich den Eingang des Antrags, lehnte weitere Kommentare zur Prüfung allerdings ab. "Wir sind sicher, dass das Bundeskartellamt einen Beschluss fassen wird, der die Entwicklung des deutschen Buchmarktes in den letzten Jahren in Betracht zieht", sagte der Random-Sprecher. In Branchenkreisen hieß es, Random habe in den Verhandlungen mit Springer zugesichert, das Kartellrisiko zu tragen. Wenn der Kauf also an der Genehmigung der Kartellbehörde scheitern sollte, muss Random einen neuen Käufer finden.

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