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Kartellamt mahnt Lufthansa ab

Die Deutsche Lufthansa ist im Streit mit dem Regionalflieger Germania um die Flugpreise zwischen Frankfurt und Berlin vom Bundeskartellamt abgemahnt worden.

rtr BONN. Die Wettbewerbshüter werfen der Lufthansa dabei einer Mitteilung vom Dienstag zufolge eine "unbillige Behinderung und Verdrängung des Wettbewerbers Germania" vor und kündigten an, "diese Form des Marktmissbrauchs" zu untersagen. Wenn sich der Verdacht einer Verdrängung von Wettbewerbern durch "Unterkostenpreise und andere Behinderungsstrategien" bestätige, wäre dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die Spielregeln der Marktwirtschaft, die das Kartellamt nicht hinnehmen werde, erklärte Kartellamts-Präsident Ulf Böge.

Die Berliner Regionallinie Germania hatte im November die Verbindung Berlin-Tegel/Frankfurt zum Preis von 99 ? je Strecke aufgenommen, worauf die Lufthansa mit einem neuen Preis von 100 ? pro Flug zwischen den beiden Städten antwortete. Nach Angaben des Bundeskartellamtes entsprach dies einer Senkung der vorherige Preise der Lufthansa von mehr als 60 %. Die Germania reagierte vorübergehend mit einer weiteren Preissenkung auf 55 ? für den einfachen Flug zwischen Frankfurt und Berlin, stellte diesen Tarif zu Jahresbeginn jedoch wieder ein.

Bei der Lufthansa war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erreichen.

Nach Berechnungen des Kartellamtes kann die Lufthansa mit dem Flugpreis von 100 ? ihre Durchschnittskosten pro Fluggast nicht decken, womit sie offensichtlich eine "Verlustpreisstrategie" zur Erhaltung von Marktanteilen fahre. So habe die Lufthansa ihre Preise nicht auf anderen innerdeutschen Routen gesenkt. Die Lufthansa besitze "deutlich größere Ressourcen" und sei mit ihrer Finanzkraft in der Lage, Germania wieder von der Route zu verdrängen, hieß es weiter. Die Lufthansa habe nun bis Ende des Monats Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

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