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Kartellamt will Kabelnetzverkauf an Liberty Media prüfen

Den Verkauf der Telekom-Kabelnetze an den US-Medienkonzern Liberty Media will die Kartellbehörde genau prüfen. Ob es zu einer so genannten vertieften, mehrmonatigen Prüfung kommen werde, könne die Behörde aber erst nach der Anmeldung des Vorhabens durch die Telekom entscheiden, sagte ein Sprecher am Dienstag in Bonn.

dpa-afx BONN. Problematisch könnte sein, dass mit Liberty ein Anbieter auf den Markt eintrete, bei dem "Netz und Inhalte zusammenkommen". Liberty hält unter anderem Beteiligungen am US-Medienriesen AOL Time Warner und an News Corp. von Rupert Murdoch und kann damit auch eigene Programme für die Netze bereitstellen.

Die Telekom kündigte ihrerseits an, den Verkauf "jetzt" dem Kartellamt zu melden. Telekom und Liberty hatten sich in der Nacht zum Dienstag auf den Verkauf von sechs Regionalgesellschaften des Ex-Monopolisten mit rund zehn Mill. Kunden geeinigt. Liberty wird demnach rund 5,5 Mrd. ? (10,8 Mrd. DM) für die Netze zahlen, sobald der Zusammenschluss von den Wettbewerbshütern genehmigt ist. In der Branche wurde dieser Vorbehalt als hohes Hindernis eingestuft.

Neben der Verknüpfung von Netz und Inhalten sieht das Kartellamt einen möglichen "Fortfall von Restwettbewerb" auf der so genannten Netzebene vier als problematisch an. Dabei geht es um die Kabelanschlüsse von der Grundstücksgrenze bis zum Endverbraucher; Liberty hat hier über seine weit reichenden Verflechtungen in Deutschland bereits mehr als einen Fuß in der Tür.

Im Mittelpunkt stehen bei dieser letzten Kabelmeile der deutsche Anbieter Primacom und dessen Fusionspartner United Pan-Europe Communications (UPC) aus den Niederlanden. UPC-Großaktionär ist das US-Unternehmen United Globalcom, das derzeit mit Liberty fusioniert. Bekommt Liberty Zugriff auf Primacom, brächte dies entscheidende Vorteile: Denn das Telekom-Netz reicht nur bei rund 3,5 Millionen der insgesamt zehn Millionen angeschlossenen Haushalte bis in die Wohnung. Sonst endet es an der Grundstücksgrenze. Die letzten Meter bei den künftigen Liberty-Haushalten befinden sich in Ostdeutschland und in Rheinland-Pfalz zum größten Teil in den Händen von UPC und Primacom.

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