Kartellamt will Zusammenschluss vorbehaltlich Zugeständnissen im Gassektor genehmigen
Kartellamt will Fusion von RWE und VEW billigen

dpa BONN. Die Energiekonzerne RWE und VEW haben die Bedenken des Bundeskartellamts ausgeräumt, dass ihre Fusion zu einer beherrschenden Position auf dem Strommarkt führt. Das Kartellamt will dem Zusammenschluss vorbehaltlich Zugeständnissen im Gassektor in Kürze genehmigen. Dies teilte die Behörde am Dienstag in Bonn mit. Im Strombereich hätten RWE/VEW den vorgesehenen Auflagen des Kartellamts bereits zugestimmt. Insoweit sei die Prüfung der Fusion abgeschlossen.

Allerdings seien die Bedenken des Kartellamts bezüglich der Gasmärkte bisher nicht ausgeräumt worden. Die Prüfungsfrist für die Gesamtfusion der RWE AG (Essen) und der VEW AG (Dortmund) sei daher bis zum 10. Juli 2000 verlängert worden. "Vorbehaltlich wirksamer Lösung für den Gasbereich ist nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamts in Kürze mit einer Freigabe der Fusion RWE/VEW zu rechnen", teilte das Amt mit.

Wie auch VEBA und VIAG gegenüber der EU-Kommission hätten RWE/VEW gegenüber dem Kartellamt erklärt, ihre Beteiligungen an der ostdeutschen VEAG und deren Vorlieferantin Laubag zu veräußern, hieß es vom Kartellamt weiter. Mit dem Verkauf des ostdeutschen Regionalversorgungsunternehmens envia werde der VEAG der Einstieg ins Endkundengeschäft ermöglicht, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge.

Dadurch werde die VEAG über ihre bisherigen Erzeugungs- und Stromtransportaktivitäten hinaus zu einem "vollständigen" und bedeutenden Wettbewerber auf den deutschen Strommärkten. Durch einen wirksamen Außenwettbewerb auf allen Marktstufen (Stromhandel, Belieferung von Großkunden und Kleinkunden) werde zusammen mit anderen Auflagen das andernfalls zu erwartende Oligopolverhalten mit einem weitgehend ähnlichen Duopol RWE/VEW und PreussenElektra (VEBA)/Bayernwerk verhindert.

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