Kartellbehörden müssen noch zustimmen
Babcock verkauft Power Systems nach Japan

Die insolvente Babcock Borsig AG hat ihre im Herbst 2002 gegründete Auffanggesellschaft Babcock Borsig Power Systems (BBPS) an die japanische Babcock-Hitachi KK (BHK) verkauft. Der Erlös, dessen Höhe zunächst nicht bekannt gegeben wurde, dürfte die Quote erhöhen, zu der die Gläubiger von Babcock Borsig bedient werden.

Reuters OBERHAUSEN. BHK übernehme 90 Prozent der BBPS, teilte Babcock am Donnerstag in Oberhausen mit. Der Kaufvertrag stehe noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Über die Konditionen habe man Stillschweigen vereinbart, hieß es. Babcock-Vorstandschef Horst Piepenburg hatte wiederholt erklärt, vorrangiges Ziel beim Verkauf der BBPS mit ihren rund 2600 Mitarbeitern sei es, einen hohen Preis zu erzielen. Vor allem in Erwartung eines guten Verkaufserlöses hatten die Gläubiger Ende vorigen Jahres der Ausstattung der BBPS mit 30 Millionen Euro Startkapital zugestimmt.

Babcock Borsig und Babcock Hitachi haben gemeinsame historische Wurzeln. Beide Unternehmen gingen ursprünglich aus der britischen Babcock & Wilcox hervor. Seit knapp 30 Jahren haben sie aber nur noch einen Teil des Namens gemeinsam.

BHK ist den Angaben zufolge mit einem Umsatz von rund 930 Millionen Euro und 2800 Mitarbeitern weltweit ein führendes Unternehmen bei energietechnischen Verfahren für Umweltschutz-Systeme. Das Know-how der BBPS in der Energietechnik sei für die Japaner, die mit der neuen Beteiligung auf dem europäischen Markt Fuß fassen wollten, eine gute Ergänzung ihrer Technologie. BHK wolle den BBPS-Heimatstandort Oberhausen erhalten.

Für den Service-Bereich der BBPS sucht Babcock Borsig den Angaben zufolge weiter nach einem Partner. Vorstandschef Horst Piepenburg und der Sachwalter Helmut Schmitz führten schon Gespräche mit Interessenten. Die Babcock Borsig Power Service umfasst Dienstleistungen rund um den Kraftwerksbau. Dort sind nach Angaben eines Babcock-Sprechers rund 2000 der insgesamt 2600 Mitarbeiter der BBPS beschäftigt. Noch sei offen, wie stark das Interesse der Japaner an diesem Geschäft sei.

Babcock Borsig war im September mit zahlreichen Tochtergesellschaften in die Insolvenz gegangen, nachdem Rettungsversuche am Widerstand der Banken gescheitert waren. Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit des Tradititionskonzerns beschäftigen auch die Staatsanwälte. Sie ermitteln in Düsseldorf unter anderen gegen den früheren Vorstandschef Klaus Lederer und den Aufsichtsratsvorsitzenden, Ex-WestLB-Chef Friedel Neuber. Ausgelöst oder zumindest beschleunigt wurde der Niedergang nach Einschätzung des neuen Babcock-Managements durch Babcocks Verkauf seiner Werftenbeteiligung HDW.

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