Kartellbehörden müssen noch zustimmen
US-Konzern Ball übernimmt Schmalbach-Lubeca

Europas zweitgrößter Getränkedosenhersteller Schmalbach-Lubeca wird von der US-amerikanischen Ball Corporation übernommen.

ddp/vwd RATINGEN. Mit wirtschaftlicher Wirkung voraussichtlich zum Ende des Jahres 2002 oder Beginn 2003 kaufe der US-Konzern für 1,175 Mrd. Euro von der Holdinggesellschaft AV Packaging deren Geschäftsanteile an der Schmalbach AG, -Lubeca teilte der nordrhein-westfälische Getränkedosenhersteller am Freitag in Ratingen mit. Die Transaktion erfolge vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Schmalbach-Lubeca werde künftig mit dem Geschäftsbereich Getränkedosen als einhundertprozentige Tochtergesellschaft von Ball geführt.

Der Hersteller von Kunststoff- und Metallverpackungen und Spezialist für Raumfahrttechnik Ball beabsichtige, alle Standorte von Schmalbach-Lubeca in unveränderter Form weiter zu führen, heißt es weiter. Zusammen kämen beide Unternehmen in Nordamerika und Europa auf eine Produktion mehr als 45 Mrd. Dosen jährlich. Durch die Übernahme gewinne der US-Konzern zwölf Fertigungsstätten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen und den Niederlanden. Rund 2 500 Mitarbeiter des Bereichs Getränkedosen von Schmalbach-Lubeca seien in die Transaktion eingebunden. Dieser Bereich habe im Jahr 2001 ein Umsatzvolumen von 950 Mill. Euro erzielt.

Ball erwirbt über die AV Packaging die Schmalbach-Lubeca-Anteile von der Allianztochter Allianz Capital Partners (ACP) und E.ON. Sowohl ACP als auch E.ON bestätigten am Freitag den Verkauf ihrer Anteile an die Ball Corporation. ACP und E.ON führen die AV Packaging als Gemeinschaftsunternehmen, dem aus dem Verkauf nach Ausgleich der Verbindlichkeiten den Angaben zufolge rund 1,7 Mrd. Euro zufließen. E.ON erlöst nach eigenen Angaben einschließlich Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen rund 1 Mrd. Euro aus dem Verkauf und erzielt einen Buchgewinn von etwa 550 Mill. Euro.

Ebenfalls am Freitag präsentierte Schmalbach-Lubeca die Zahlen für das erste Halbjahr 2002. Danach erwirtschaftete das Unternehmen einen Überschuss auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 20 Mill. Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei um 13 % auf 221 Mill. Euro gestiegen. Der Umsatz habe sich auf rund 1,6 Mrd. Euro belaufen. Dies entspreche einem Zuwachs von 1ß % gegenüber dem Vorjahreswert. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zum 30. Juni 2002 rund 9 500 Mitarbeiter. Im Geschäftsbericht seien letztmalig die Geschäftsbereiche PET und White Cap enthalten, die mit Wirkung zum 1. Juli 2002 an den australischen Verpackungskonzern Amcor Ltd verkauft wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%