Kartellprozess
AMD-Chef leistet Bärendienst für Microsoft

Mit seiner Zeugenaussage zu Gunsten von Microsoft im Kartellprozess hat der Chef des Chipherstellers AMD, Jerry Sanders III, dem Softwaregiganten möglicherweise einen Bärendienst erwiesen.

dpa WASHINGTON. Seine schriftlich eingereichte Aussage sei auf Bitten von Microsoft-Gründer Bill Gates zu Stande gekommen, obwohl er die Sachlage selbst nicht analysiert habe, sagte Sanders bei einer Anhörung. "Wir haben gehofft, dass Microsoft AMD als die einzige verbliebene Alternative zum Monopol von Intel unterstützen wird", sagte Sanders.

In seiner Eingabe hatte Sanders die Forderungen von neun US-Bundesstaaten als kontraproduktiv geschildert. Konkurrenten müssten Software für mehrere Windows-Versionen gleichzeitig entwickeln. Das werfe die Industrie um 20 Jahre zurück.

Sanders räumte allerdings ein, dass er die Forderungen der Bundesstaaten selbst nie gelesen hat. Microsoft soll nach dem Willen der Bundesstaaten gezwungen werden, eine Basisversion des Betriebssystems "Windows" anzubieten. Sie werfen dem Softwarehersteller vor, seine Marktmacht mit der untrennbaren Einbindung von Anwendungsprogrammen in das Betriebssystem gegen Konkurrenzanbieter unzulässig auszunutzen.

Nach Auffassung von Kevin Murphy, Volkswirt der Universität von Chicago, helfen die von den Bundesstaaten geforderten Auflagen eher der Konkurrenz als den Verbrauchern. Sanders und Murphy waren die ersten Zeugen, die Microsoft in dem Verfahren aufrief.

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