Kartellprozess
Microsoft sieht eigene Existenz bedroht

Microsoft-Chef Steve Ballmer sieht durch die Forderungen der Kläger im Kartellrechtsprozess sogar die Existenz seines Unternehmens bedroht.

dpa/rtr REDMOND/WASHINGTON. Der weltgrößte Softwarekonzern wäre im Fall eines Sieges der Kläger gezwungen, das Unternehmen zu schließen oder zumindest sein Flaggschiff, das Betriebssystem Windows, vom Markt zu nehmen, sagte Steve Ballmer am Montag (Ortszeit) in einer Stellungnahme. "Wir wären gezwungen, all unsere Software hundert Prozent kostenlos abzugeben", sagte Ballmer.

Im Falle von harten Sanktionen muss Microsoft das weit verbreitete Betriebssystem Windows nach Einschätzung von Konzernchef Steve Ballmer möglicherweise vom Markt nehmen. Das geht aus einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Protokoll einer Befragung Ballmers durch Anwälte der US-Bundesstaaten hervor, die im Kartellverfahren gegen den Softwarekonzern einen Kompromiss ablehnen. "Ich wüsste nicht, wie wir die von den (noch gegen Microsoft klagenden) Bundesstaaten gestellten Forderungen erfüllen könnten", sagte Ballmer den Anwälten Anfang Februar. "Ich glaube in der Tat, dass wir dann Windows vom Markt nehmen müssten", wird Ballmer in dem Protokoll zitiert.

Einer der Streitpunkte zwischen den klagenden US-Bundesstaaten und dem Softwarekonzern ist die enge Verknüpfung der Betriebssysteme und verschiedener Programme, mit denen Microsoft mit anderen Anbietern konkurriert. Microsoft hatte immer wieder argumentiert, dass eine Entkoppelung des Betriebssystems von den Programmen wie dem "Internet Explorer" rein technisch gar nicht möglich ist. Eine Trennung würde Microsoft zwingen, Programm-Codes aus Windows zu entfernen, die das Betriebssystem unbrauchbar mache, sagte Ballmer.

Die Zeugenaussage des Microsoft-Chefs ist Auftakt zu einer neuen Reihe von Anhörungsterminen, die am 11. März beginnen sollen. Die weiter klagenden neun Bundesstaaten hatten eine außergerichtliche Einigung mit dem Konzern abgelehnt. Sie sehen darin keine Gewähr, dass Microsoft an der Ausnutzung seiner Monopolstellung gegen Wettbewerber gehindert werden könnte.

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