Kartellrechtsverfahren
EU-Kommission wirft Bierbrauern Preisabsprachen vor

vwd BRÜSSEL. Gegen vier belgische Bierbrauer, darunter der weltgrößte Bierkonzern Interbrew SA, Leuwen, sowie mehrere luxemburgische Bierproduzenten, hat die Europäische Kommission nach eigenen Angaben vom Montag ein Kartellrechtsverfahren eingeleitet. Die Unternehmen hätten Preise und Rabatte untereinander abgesprochen und vertrauliche Informationen ausgetauscht, lautet der Vorwurf der Behörde. Neben Interbrew ist auch Belgiens Nummer zwei, Alken-Maes betroffen, in Luxemburg bekommen sechs Bierbrauer Post aus Brüssel.

In beiden Firmensitzen waren EU-Beamte im Juli und Oktober des vergangenen Jahres zu Untersuchungen vorstellig geworden. Die dabei gefundenen Indizien seien ausreichend, um einen Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsregeln im Zeitraum 1993 bis mindestens 1998 nachzuweisen, hatte es danach geheißen. Auch zwei kleinere belgische Bierhersteller, Haacht und Martens, hat die Kommission nun noch ins Visier genommen. Im Falle Luxemburgs werfen die EU-Wettbewerbshüter den sechs Bierbrauern Diekirch, Bofferding, Mousel, Clausen, Battind und De Wiltz vor, sich den heimischen Markt untereinander aufgeteilt zu haben sowie den Marktzugang für ausländische Biere von 1985 bis mindestens 1998 behindert zu haben.

Auch anderen mutmaßlichen Bierkartellen ist die Kommission derzeit auf der Spur. Den Verdacht der "Gentlemen Agreement"-Praxis zur Abschottung des eigenen Marktes hegt die Behörde gegenüber französischen, niederländischen, italienischen und dänischen Bierproduzenten. Diese Untersuchungen seien aber noch im Anfangsstadium, heißt es.

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