Kartellverfahren der EU läuft noch
SGL Carbon mit positivem ersten Halbjahr

rtr FRANKFURT. Die SGL Carbon hat im ersten Halbjahr 2000 Umsatz und Ertrag deutlich verbessert. Das Unternehmen teilte am Dienstag in Frankfurt mit, der Umsatz sei im ersten Halbjahr um 29 % auf 603 Mill. Euro gestiegen. Der Halbjahresüberschuss belief sich auf zehn Mill. Euro nach einem Fehlbetrag von 35 Mill. Euro im ersten Halbjahr 1999. Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigte sich SLG Carbon optimistisch. Man erwarte einen zweistelligen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Das Unternehmen wolle auch wieder eine Dividende ausschütten.

Neben den etablierten Geschäftsfeldern will SGL Carbon vor allem bei Komponenten für Brennstoffzellen und bei neuen Materialien für Bremsen wachsen. Vorstandschef Robert Koehler sagte, der Umsatzanstieg im ersten Halbjahr sei unter anderem auf die Erstkonsolidierung des Geschäftsfeldes Keramchemie zurückzuführen. Aber auch die angestammten Geschäftsbereiche Carbon und Graphit sowie Spezialgraphit hätten zum positiven Ergebnis beigetragen. Das Betriebsergebnis der beiden Sparten lag um 52 % über dem Vorjahreszeitraum. Besonders bei Halbleitermaterialien sei auf Grund von Kosteneinsparungsprogrammen, guter Nachfrage und Preiserhöhungen eine weiter verbesserte Umsatz- und Ergebnislage zu erwarten.

Neben den angestammten Geschäftsbereichen setzt SGL Carbon immer mehr auf neue Anwendungen von Kohlenstoff und Graphit. So sollen die Bereiche Hochleistungs-Bremsscheiben und Komponenten von Brennstoffzellen etwa ab dem Jahr 2003/2004 bis zu 45 % des Gesamtumsatzes ausmachen und auch Gewinn abwerfen. Das Umsatzvolumen dieser von Koehler zurzeit lediglich als "Großversuche" beschriebenen Projekte soll bis zu diesem Zeitpunkt bei je 200 Mill. Euro liegen. Im Bereich Bremsscheiben werde ab Herbst 2000 eine Bremse aus Carbon-Keramik-Verbundmaterial für den neuen Porsche 911 Turbo angeboten. Auf Grund der guten Nachfrage solle die Kapazität für die Herstellung des Werkstoffes bei SGL Carbon gesteigert werden. Den Technologievorsprung des Unternehmens gab Koehler mit zwei Jahren an. Auch bei Komponenten für Brennstoffzellen habe man eine führende Position.

Die Kartellverfahren gegen SGL Carbon in den USA bezeichnete Koehler inzwischen als abgeschlossen. Das Verfahren der EU-Kommission laufe noch. Man habe daher entsprechende Rücklagen gebildet. Genaue Zahlen nannte der Vorstandschef in diesem Zusammenhang aber nicht.

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