Kartellwächter könnten auf den Plan gerufen werden
Microsoft zieht gegen Linux in Rabattschlacht

Der weltgrößte Software-Hersteller Microsoft hat einem Pressebericht zufolge drastische Nachlässe gewährt, um Großkunden nicht an Konkurrenten wie Linux zu verlieren.

HB/dpa BRÜSSEL. Der damalige Verkaufschef Orlando Ayala habe im vergangenen Sommer eine E-Mail versandt, in der den Microsoft-Managern die Vergabe von Rabatten oder Gratis-Produkten erlaubt worden sei, berichtet die "International Herald Tribune". Die E-Mails wie auch weitere interne Dokumente lägen dem Blatt vor.

Mit den Nachlässen sollten Regierungsbehörden und andere große Institutionen davon abgehalten werden, sich nach preiswerteren Alternativen zur Microsoft-Software umzusehen. Microsoft-Software ist auf 90 % aller Personal Computer weltweit installiert. Mit den Rabatten für Großkunden sollte vor allem die wachsende Konkurrenz durch das freie Betriebssystem Linux abgewehrt werden, schreibt die Zeitung. Dafür hätten sich die Verkaufsmanager aus einem besonderen internen Fonds bedienen können. Eine Kopie der E-Mail Ayalas sei an Microsoft-Chef Steve Ballmer gegangen.

Einige der Rabatt-Praktiken des Software-Konzerns könnten jedoch die europäischen Kartellwächter erneut auf den Plan rufen, berichtet das Blatt. Nach EU-Recht dürften Unternehmen in dominierenden Marktpositionen keine Nachlässe gewähren, um so Konkurrenten vom Markt abzuhalten.

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