Kartenmissbrauch nimmt zu
GZS: Siegeszug der EC-Karte hält an

Kreditkarten verlieren beim bargeldlosen Bezahlen in Deutschland weiter an Bedeutung. Dagegen nimmt der Einsatz von EC-Karten und bankeigenen Debitkarten zu.

gem FRANKFURT/M. Fast könne man von einer "Kannibalisierung der Kreditkarte durch die Debitkarte" sprechen, sagte Laurenz Kohlleppel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) auf der Pressekonferenz.

Die GZS ist in Deutschland Marktführer bei der Abwicklung von Geschäften mit Kreditkarten. Sie betreut knapp sieben Millionen Kreditkarten für etwa 2700 Kreditinstitute. Laut Kohlleppel ist das Transaktionsvolumen der mit EC-Karten getätigten Geschäfte schon heute so groß wie das von Euro- und Visakarte zusammen. Der Trend zur EC-Karte sei seit Jahren zu beobachten. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der von der GZS abgerechneten Kreditkarten zwar von 6,4 auf 6,7 Millionen. Die Transaktionen aber sanken von 343,9 Millionen auf 327,4 Millionen. Durchschnittlich wird die Kreditkarte nur mehr knapp 21 Mal im Jahr gezückt. Noch vor wenigen Jahren kam sie gut 24 Mal zum Einsatz.

"EC-Karten sind heute auch im Ausland fast wie Kreditkarten einsetzbar", erklärt Kohlleppel den Rückgang. Da die Gebühren günstiger seien, sei verständlich, dass die Bedeutung der EC-Karten zunehme.

Mit dem Anstieg der Kartenzahlungen nimmt seit Jahren weltweit die Zahl der Kreditkartenmissbräuche zu. Laut Kohlleppel liegt die Missbrauchsquote derzeit bei 0,14 Prozent der umgesetzten Beträge. Der Missbrauch bei von der GZS betreuten Karten dagegen sei im vergangenen Jahr erneut gesunken und liege nun um 50 Prozent unter der weltweiten Quote. Dies sei Verdienst des GZS-Sicherheitssystems "Iris". Dieses System wird nun von einer Tochtergesellschaft der GZS weiter entwickelt und vermarktet. Erster Großkunde im Ausland ist die Halifax Bank of Scotland (HBOS).

Für die GZS brachte das Jahr 2001 das zweitbeste Ergebnis der 20-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Vilbel steigerte das Ergebnis um knapp 18 % von 6,6 auf 7,9 Mill. Euro. Der Umsatz stieg leicht auf 234,8 Mill. Euro an. Im März tat die GZS den ersten größeren Schritt zur Expansion ins Ausland. Sie erhielt den Zuschlag für die Verwaltung der 850 000 Kreditkarten der Kunden der Schweizer Viseca Card Services. Laut Kohlleppel war dies angesichts der Konsolidierung des europäischen Marktes erst der Anfang. Die GZS stehe kurz vor Abschluss weiterer Kooperationen mit Partnern, unter anderem ist Österreich im Gespräch.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%