Kartenverkauf bei Stella eingebrochen
DEAG lässt Musical-Tochter Stella fallen

Nach dem Insolvenzantrag für das Kerngeschäft des Musical-Produzenten Stella trennt sich der Berliner Konzertveranstalter DEAG Deutsche von seiner Mehrheitsbeteiligung an Stella. Der Betrieb der sechs Musical-Theater in Deutschland soll dennoch weitergehen.

rtr BERLIN. DEAG begründete den sofortigen Rückzug am Dienstag mit dem Insolvenzantrag, den die Stella-Tochterfirma Broadway Musical Management (BMM) gestellt habe. Der Kartenverkauf bei Stella sei seit März eingebrochen, worauf ein Liquiditätsengpass trotz der begonnenen Restrukturierung entstanden sei. Für 2002 erwarte BMM einen zweistelligen Millionenverlust. Der Stella-Vorstand war am Montagabend zurückgetreten. Stella hatte schon einmal, vor drei Jahren, Insolvenz angemeldet und war daraufhin von DEAG gekauft worden. Das Unternehmen mit 1500 Mitarbeiter zeichnete zuletzt für die Hälfte des DEAG-Umsatzes verantwortlich.

Die DEAG-Aktie brach am Neuen Markt um 7,3 % auf 2,02 ? ein, Stella gaben um 15,2 % auf 2,80 ? nach.

DEAG wolle sich künftig auf die Veranstaltung von Konzerten und Tourneen sowie den Betrieb von Varietes und anderen Theatern beschränken, teilte das Unternehmen weiter mit. In der Berliner Holding sollen kurzfristig 20 Mill. ? eingespart werden. Damit wolle DEAG das laufende Jahr mit einem operativen Gewinn abschließen. Im vergangenen Jahr hatte die DEAG ihre Ziele mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 9,4 Mill. ? und 289 Mill. ? Umsatz verfehlt. Der Abschluss soll nun neu aufgestellt werden, die Hauptversammlung wird verlegt. Auf Stella hatte die DEAG im vergangenen Jahr drei Mill. ? abgeschrieben, nachdem sie mit 1,2 Mill. ? in die roten Zahlen gerutscht war.

Noch vor vier Wochen hatte sich Stella optimistisch für das Jahr 2002 geäußert. "Wir sind sehr positiv gestimmt", sagte ein Sprecher damals. Am Dienstag war bei DEAG und Stella zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Spielbetrieb der sechs Musical-Theater soll trotz der Insolvenz weiterlaufen. Zuvor waren Gespräche mit Banken und Investoren gescheitert. Für BMM liege schon ein Insolvenzplan vor, der auf die Sanierung des Unternehmens abziele, hieß es. Dazu sollen die Kosten gesenkt, unprofitable Theater verkauft oder geschlossen werden. Der Stella-Vorstand trat am Montag zurück, neuer Alleinvorstand sei der bisherige Aufsichtsrat Hans-Martin Buhlmann. Die Stella Musical Reisen GmbH sei nicht insolvenzgefährdet.

Der Aufsichtsrat der DEAG stellte sich hinter Vorstandschef Peter Schwenkow. Sein Vertrag sei am Montagabend um fünf Jahre verlängert worden, teilte das Unternehmen mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%