Kasachstan spielt alte russische Schule
Auftaktspiel kein Selbstläufer für DEB-Team

Vom Papier her ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum WM-Auftakt am Samstag (20.15 Uhr) in Prag gegen Kasachstan Favorit. Doch nicht nur Stümer Boris Blank weiß genau, was mit den Kasachen für ein Brocken auf das Zach-Team wartet.

HB PRAG. Der deutsche Nationalspieler ist in Karaganda im heutigen Kasachstan geboren und erst mit 16 Jahren ausgewandert. "Die Kasachen sind mit den Japanern überhaupt nicht zu vergleichen", weiß er zu berichten. Kasachstan besucht der Stürmer der Kölner Haie noch regelmäßig, da seine halbe Familie in Kasachastan lebt. Blanks Familie drückt aber den deutschen Kufenflitzern die Daumen und hofft auf einen Sieg. "Sie sind alle für Deutschland, weil ich für Deutschland spiele.", berichtet Blank. Den ein oder anderen Spieler kennt der heute 25-Jährige noch aus alten Zeiten. Deshalb warnt Blank seine Teamkollegen: "Sie sind technisch gut und läuferisch stark. Man darf sie auf keinen Fall unterschätzen."

Durch einen Sieg gegen Kasachstan würde die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ihr Minimalziel bei der 68. Weltmeisterschaft aller Voraussicht nach bereits erreichen. Nach der Pflicht soll dann wie in den vergangenen Jahren die Kür folgen. "Dann wollen wir mehr", sagt Zach, der das Wort Viertelfinale zwar nicht in den Mund nimmt, es aber umschreibt: "Wir möchten unsere Fans so verwöhnen wie in den vergangenen Jahren." Dreimal in Folge verwöhnte die DEB-Auswahl ihre Anhänger mit dem Sprung in die Runde der letzten Acht. Der Pflichtsieg zum Auftakt wird diesmal allerdings nicht so leicht wie in den vergangenen beiden Jahren, als jeweils der "ewige Letzte" Japan erster Gegner war. "

Diese Einschätzung bestätigt auch Russland-Legionär Jan Benda, der die Leistungsträger des Aufsteigers aus der russischen Liga kennt. "Sie spielen die alte russische Schule. Wenn man sie lässt, wird es gefährlich", meint der 31-Jährige vom AK Bars Kasan und nennt auch gleich das Rezept für einen erfolgreichen WM-Start: "Körpereinsatz mögen sie gar nicht." Übergroßer Respekt sei nicht angebracht, meint Benda: "Wir sind klarer Favorit." 70 Prozent der kasachischen WM-Spieler sei in der eigenen Liga aktiv, beim Meister Kazzinc Ust-Kamenogorsk. "Gegen die haben wir mal ein Vorbereitungsspiel gemacht, das war ein Klassenunterschied", berichtet Benda.

Während Benda und Blank den Gegner bestens kennen, ist Kasachstan für Torhüter Olaf Kölzig der große Unbekannte. Gegen die Eishockey-Cracks aus der ehemaligen Sowjetrepublik, die gegen die DEB-Auswahl bislang immerhin zwei von vier Spielen gewannen, hat der NHL-Star noch nie gespielt. Wichtiger als der Gegner ist dem Goalie der Washington Capitals ohnehin die eigene Leistung, und die stimmte bei der 0:4-Niederlage am Mittwoch gegen die USA noch nicht.Doch Kölzig verspricht Besserung. "Ich brauche Druck, um gute Leistungen zu bringen", sagt der 34-Jährige. Den hatte er zuletzt schon lange nicht mehr, denn seine "Caps" verpassten frühzeitig die Playoffs in der NHL. "Das war nur noch Schaulaufen." Mehr Unterstützung darf "Olie the Goalie" auch von seinen Vorderleuten erwarten. "Wir haben in der Defensive nicht so gespielt wie sonst immer", gibt Verteidiger Benda selbstkritisch zu: "Das müssen wir ändern."

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