Kassensturz
Was Sie im Alter brauchen

Mit oder ohne Riesters Förderung: Wer einen persönlichen und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Vorsorgeplan aufstellen will, kommt um einen Kassensturz nicht herum.

DÜSSELDORF. Es gilt, Bestand und Bedarf abzustimmen, also die sogenannte Versorgungslücke zu berechnen und - sie zu schliessen.

Grundlage zur Berechnung der Versorgungslücke ist die Ermittlung des Vorsorgebedarfs im Alter. Jeder muss für sich die Frage klären, was er im Alter braucht, um zwingende Ausgaben leisten zu können oder seinen Lebensstandard zu halten bzw. zu verbessern. Basis sind die laufenden Kosten, die auch im Versorgungsfall gedeckt sein müssen. Dazu zählt die Miete genauso wie Versicherungspolicen oder abzuzahlende Kredite.

Daneben muss jeder entscheiden, wieviel er zum Leben braucht. Das hängt maßgeblich von den Ansprüchen und der persönlichen, familiären und beruflichen Situation des Einzelnen ab. Wer sich schon immer im Alter all das gönnen wollte, wozu er im Erwerbsleben keine Zeit hatte, sollte das auf der Ausgabenseite seiner Altersbilanz berücksichtigen. Denkbar sind z.B. teure Reisen oder Hobbies. Nicht zu vernachlässigen ist die Inflation, die heutige Werte nach und nach auffrisst.

Ist die Ausgabenseite geklärt, geht es an die Einnahmen. Dazu zählen in erster Linie bereits erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rente. Für eine realistische Einschätzung der Ansprüche empfiehlt sich eine Rentenauskunft bei den Rentenversicherungsträgern. Die können die heutigen Rentenansprüche jedes Versicherten genau errechnen. Auch eventuelle Ansprüche aus betrieblicher Altervorsorge sind aufzuführen.

Weiterhin müssen auf der Einnahmeseite der Bilanz regelmäßige monatliche Einkünfte z.B. aus Vermietung oder Verpachtung verbucht werden, sowie alle anderen Vermögenswerte und Einkünfte aus Sparvermögen, Immobilien oder Lebens- bzw. Rentenversicherungen. Die Höhe des angesammelten Vermögens im Ruhestand hängt außerdem von der Länge der Sparphase und vom Anlagezins ab.

Ist die persönliche Altersbilanz erstellt, lässt sich daraus die Versorgungssituation bzw. eine eventuelle Versorgungslücke im Alter ablesen. Die Lücke ist nämlich nichts anderes als die negative Differenz zwischen dem, was ein Rentner voraussichtlich im Alter hat und dem, was er braucht. Sind also die voraussichtlichen Ausgaben im Alter größer als die Einnahmen, ergibt sich eine Lücke, die durch mehr Sparen fürs Alters geschlossen werden sollte. Stellt sich bei der Berechnung aber heraus, dass die Einnahmen im Alter größer sind als die Ausgaben, ergibt sich ein Versorgungsüberschuss. Zusätzliche Vorsorge ist nicht nötig.

Als Anhaltspunkt für die Bilanzierung können grundsätzlich die heutigen Ausgaben dienen, denn es ist davon auszugehen, dass ein Rentner seinen Lebensstandard halten will. Als Faustregeln gilt, dass er dafür 70 bis 80 Prozent seines letzten Bruttogehaltes braucht. Dennoch müssen die persönliche Lebensplanung und damit die voraussichtlichen Ansprüche in der Zukunft einbezogen werden. Und weil sich viele Faktoren über die Lebensabschnitte hinweg ändern, sind Alterssparer gut bedient, ihre Bilanz und damit ihre Versorgungssituation immer wieder zu überprüfen.

Beispielsweise können sich Familienstand oder berufliche Stellung ändern, könnten Hypothekenzahlungen entfallen oder die Kosten für die Ausbildung von Kindern. Zusatzkosten für Folgen aus Krankheiten oder der behindertengerechte Umbau der Wohnung können das Budget zusätzlich belasten. Vielleicht reicht eine kleinere Wohnung, oder der Zweitwagen wird abgeschafft.

Wer unterm Strich eine Versorgungslücke schliessen muss, sollte zuerst darauf achten, dass er vor der zusätzlichen Altersvorsorge die existenzbedrohenden Risiken wie Unfall, Krankheit oder Berufsunfähigkeit abgesichert hat. Dazu gehört auch, zu überprüfen, ob Versicherungspolicen für die Risikoabsicherung ihren Zweck noch erfüllen. Wer eine Familie absichern muss, hat einen anderen Versicherungsbedarf als ein Single. Hier können Sie sparen, wenn Sie unnötige Policen kündigen oder umwandeln. Nicht zuletzt sollte ein Versicherter immer so flüssig sein, dass er auch eine unerwartete Autoreparatur oder Steuernachzahlung verkraften kann.

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