Kassenverbände bestätigen positiven Trend
Krankenstand sinkt im Juli auf niedrigsten Stand seit 1970

Der Krankenstand in den deutschen Betrieben ist im Juli auf den niedrigsten Stand seit 31 Jahren gesunken. Am 1. Juli waren nur eine Million pflichtversicherte Arbeitnehmer krank gemeldet, wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mitteilte.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Zeitung "Die Welt" hatte zuvor berichtet, die krankheitsbedingten Fehlzeiten seien in den ersten sechs Monaten 2001 auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Verschiedene Kassenverbände wiesen diese Darstellung zurück.

Den Ministeriumsangaben zufolge betrug der Krankenstand am 1. Juli 3,63 % . Im Juli 2000 habe der Wert noch 3,7 % betragen und in den Jahren zuvor stets im Bereich von 4 oder sogar 5 % gelegen. Der Krankenstand gibt den Prozentsatz der krankgeschriebenen Pflichtversicherten an einem bestimmten Stichtag an, für den Jahreswert wird daraus der Durchschnitt ermittelt.

Verbesserung der Jahreswerte

Auch die Jahreswerte deuteten auf einen positiven Trend hin, erklärte das Ministerium. Im Jahr 2000 habe der Krankenstand im Schnitt 4,22 % betragen, im Jahr zuvor seien es 4,27 % gewesen. 1995 habe der Wert sogar bei 5,08 % gelegen.

Die Werte der Krankenkassen legen einen positiven Trend auch für das Jahr 2001 nahe: Die Betriebskrankenkassen registrierten in den ersten fünf Monaten des Jahres jeweils geringere Krankenstände als in den Monaten zuvor. So lag der Stand am Stichtag im Mai 2001 bei 2,7 % und im Mai 2000 bei 3,5 %, wie der Bundesverband der Betriebskrankenkassen mitteilte. Auch die wegen Erkältungs-krankheiten und Grippewellen traditionell hohen Krankenstände im Februar seien von 5,0 % im Jahr 2000 auf 4,4 % 2001 gesunken.

"Welt"-Berichte zurückgewiesen

Auch die Werte der Angestellten-Krankenkassen legen nach Angaben der Sprecherin Doris Pfeiffer einen positiven Trend für dieses Jahr nahe. AOK-Sprecher Udo Barske sagte, die Zahlen seien zwar leicht angestiegen, ein Höchststand oder eine besondere Entwicklung könne daraus aber nicht abgelesen werden.

"Die Welt" hatte unter Berufung auf eine Statistik aus dem Gesundheitsministerium berichtet, dass die Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 4,39 % ihrer Sollarbeitszeit gefehlt hätten; das entspreche im Schnitt 4,8 Arbeitstagen oder insgesamt 1,2 Milliarden Arbeitsstunden. Im Vorjahr habe die Quote bei 4,24 % gelegen.

Februar weiterhin Monat mit höchstem Krankenstand

Am höchsten war die Krankenstandsquote dem Bericht zufolge im Februar. Damals fehlten die westdeutschen Beschäftigten 5,75 % der Sollarbeitszeit und die ostdeutschen Arbeitnehmer 6,08 %. Generell sei in den neuen Bundesländern die Quote mit 4,48 % der Sollarbeitszeit höher als in den alten Bundesländern (4,37 %).

Im Westen hätten die Männer (4,51 %) häufiger als die Frauen gefehlt, im Osten seien dagegen die Frauen mit 4,52 % häufiger wegen Krankheit abwesend gewesen als die Männer (4,46 %).

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