Katalog von Real-One umfasst rund 100 000 Titel
Nach Napster-Verbot erste Abo-Angebote gestartet

Beim Tausch von Musikstücken per Internet hat eine neue Ära begonnen. Fünf Monate nach dem gerichtlichen Verbot der Gratis-Tauschbörse Napster gaben zu Wochenbeginn gleich zwei kostenpflichtige Angebote für Abonnenten ihren Start bekannt.

afp SAN FRANCISCO/NEW YORK. Nach dem US-Angebot Rhapsody von Listen.com am Montag startet im Laufe des Dienstags auch Real-One des US-Softwareunternehmens RealNetworks.

Real-One verlangt von seinen Abonnenten monatlich 9,95 Dollar (21,80 DM/11,15 Euro). Dafür können hundert Titel auf den Computer heruntergeladen und weitere hundert Stücke per so genanntem Streaming direkt angehört, aber nicht abgespeichert werden. Wegen noch ungeklärter Urheberrechtsprobleme ist der Dienst zunächst nur in den USA verfügbar.

Von Britney Spears bis Eric Clapton

Real-One stützt sich bei seinem Angebot auf die Vertriebsplattform Music-Net der Musikkonzerne Warner Music, Bertelsmann Music (BMG) und EMI. Der Katalog von Real-One umfasst rund 100 000 Titel, darunter Stücke von Interpreten wie Britney Spears, Eric Clapton, Al Jarreau oder REM.

Dagegen bietet Listen.com mit seinem Abo-Angebot Rhapsody vor allem Musik unabhängiger Musiklabel. Die Kunden können zwischen mehreren Monatsangeboten im Preis von 5,95 Dollar bis 7,95 Dollar wählen.

Im Geschäft mit Online-Musik erwarten Experten in den kommenden Jahren rasant steigende Umsätze. Die Technologie-Beratungsfirma IDC sagt für das Jahr 2005 einen Gesamtumsatz von 1,6 Mrd. Dollar für die Branche voraus.

Napster noch nicht gestartet

Der Musikvertriebspionier Napster selbst kam trotz des Einstiegs von Bertelsmann bislang mit seinem neuen, gleichfalls als Abonnenten-System angelegten Dienst noch nicht aus den Startlöchern. Wegen andauernder Rechtsstreitigkeiten mit der Musikindustrie musste das Projekt mehrfach verschoben werden und soll nun im kommenden Jahr online gehen.

Zuvor wird es voraussichtlich aber auch die gemeinsame Vertriebsplattform Pressplay der Musikkonzerne Sony und Universal Music ins Netz schaffen. Hier sind Kooperationen mit Yahoo und Microsoft angepeilt, die in den kommenden Wochen verwirklicht werden sollen.

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