Katastrophenalarm für Pleiße-Gebiet ausgelöst
Hochwasserlage in Bayern und Thüringen verschärft sich

Straßen am Ufer von Donau und Inn wurden nach Polizeiangaben gesperrt, mehrere Straßen wurden überflutet. In Traunstein droht ein Dammbruch.

HB/ddp MÜNCHEN/ERFURT/ALTENBURG. Dort wurden Bewohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen und sich mit Autos in höher liegende Stadtteile zu begeben. In einer Turnhalle wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Das Wasser steht nur wenige Zentimeter unter dem kritischen Punkt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Im Raum Berchtesgaden sind zahlreiche Bundesstraßen und Nebenstraßen durch Murenabgänge unpassierbar.

Besonders betroffen ist der Polizei zufolge auch das Stadtgebiet von Lindau. 26 Hausbewohner mussten von der Feuerwehr zum Teil bereits mit Schlauchbooten evakuiert werden. Sie verbrachten die restliche Nacht in der Inselhalle. Im Oberallgäu ist die Iller an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Zahlreiche Straßen sind überflutet. Die Bahnlinie im Illertal ist an einigen Stellen unterspült.

Am Sonntagabend ließen die Behörden ein Zeltlager des Stadtjugendrings Kempten am Ufer des Grüntensees im Oberallgäu räumen. 43 Kinder und neun Betreuer wurden evakuiert, weil der Stausee als Rückhaltebecken geflutet werden musste. In der Nacht ging zwischen Balderschwang im Oberallgäu und Hittisau im Bregenzerwald (Vorarlberg) eine Mure ab. Die Straße wurde verschüttet und unpassierbar.

Im Augsburger Stadtteil Lechhausen stürzte kurz nach Mitternacht das Flachdach einer Speditionslagerhalle durch den Druck des nicht mehr ablaufenden Regenwassers ein. Das Speditionsgebäude selbst wurde nach Polizeiangaben nicht beschädigt. Der Schaden dürfte nach Polizeischätzung dennoch in die Millionen gehen. In Nordschwaben mussten im Raum Donauwörth zahlreiche überflutete Straßen gesperrt werden. Dort ist die Donau über die Ufer getreten.

Auch für das thüringische Pleiße-Gebiet östlich von Altenburg wurde am Montagvormittag Katastrophenalarm ausgelöst. Dies bestätigte das Umweltministerium in Erfurt. Da die Pleiße starkes Hochwasser führe, würden alle verfügbaren Kräfte mobilisiert, um unter anderem die Durchlassfähigkeit an Brücken zu gewährleisten. Experten vor Ort müssten entscheiden, ob neben Kräften von Feuerwehr und Wasserwirtschaft auch Technisches Hilfswerk (THW) oder Bundeswehr alarmiert werden sollen.

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