Katastrophenalarm und Ausnahmezustand
Mehrere Hochwasseropfer in Deutschland und Österreich

Nach heftigen Regenfällen sind am Montag bei Überschwemmungen in Deutschland und Österreich bis zu sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter ein achtjähriges Mädchen. Die tschechische Hauptstadt Prag bereitete sich derweil auf die größte Flut seit 1890 zu.

Reuters WIEN/PASSAU. Auf der Donau bei Passau wurde wegen des rasch ansteigenden Wasserpegels die Schifffahrt eingestellt. Für den späten Abend erwartete die Stadt eine Flutwelle mit einem Wasserpegel von 10,40 Metern. Das wäre der höchste Stand seit 1954. In mehreren Regionen wurde Katastrophenalarm ausgelöst, Städte waren durch die Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten.

Bei München starb nach Polizeiangaben eine Achtjährige, die im Wurzelloch eines umgestürzten Baumes gespielt hatte. Der Baum habe sich plötzlich bewegt und das Mädchen unter sich begraben, hieß es. Trotz Reanimierungsversuchen starb das Kind. Bei Schwerin kam eine 30-jährige Polizistin auf dem Weg zu einem Hochwassereinsatz von der Fahrbahn ab und wurde tödlich verletzt. In Dresden wurde einer Frau beim Ausschöpfen ihres überfluteten Kellers schwindelig. Der Polizei zufolge starb sie kurz darauf vor ihrem Haus. Im sächsischen Schlottwitz wurden drei Menschen von dem Hochwasser führenden Fluss Müglitz mitgerissen. Wie die Katastropheneinsatzleitung am Abend in Dippoldiswalde mitteilte, werden sie seither vermisst.

In Österreich wurde im Bundesland Salzburg ein Feuerwehrmann beim Rettungseinsatz von einem Fluss mitgerissen. Der Mann gilt vorerst als vermisst, ist jedoch vermutlich ertrunken. In einem überfluteten Keller in Hallein wurde die Leiche eines Hausbewohners entdeckt. In Oberösterreich wurde unterdessen ein 48-jähriger Mann bei einem Erdrutsch getötet.

Alleine in Bayern riefen die Behörden in sechs Landkreisen den Katastrophenfall aus. Die Autobahn A 8 zwischen München und Salzburg wurde zeitweise gesperrt. In mehreren Regionen Sachsens wurde den Behörden zufolge ebenfalls Katastrophenalarm ausgelöst, betroffen war insbesondere das Erzgebirge. Für Teile der Neuen Bundesländer herrschte dem Deutschen Wetterdienst zufolge bis zum Abend weiter Unwettergefahr.

In Oberösterreich seien Überflutungen aus rund drei Viertel des Bundeslandes gemeldet worden, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos. Die Pegel der großen Flüsse Donau, Inn und Enns stiegen weiter an.

Nachdem die Salzach die Hochwassermarke von 5,5 Meter um mehr als zwei Meter überschritten hatte wurde am Morgen in Salzburg Katastrophenalarm ausgelöst. Am Nachmittag stieg das Wasser auf mehr als acht Meter an. Alle Brücken über die Salzach wurden gesperrt. Wer etwa in einen Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses zur Arbeit gefahren war, saß dort fest. Wegen der anhaltenden starken Regenfälle wurden gewaltige Wassermengen aus den Gebirgsflüssen erwartet.

Jahrhunderthochwasser bedroht Wien und Prag

Auch auf Wien und Prag kommt nach offiziellen Angaben ein Jahrhunderthochwasser zu. Die Wiener Stadtregierung teilte mit, die Stadt sei gut vorbereitet. Die Wassermassen würden ohne Auswirkung auf die Wohnbezirke durch das Stadtgebiet geleitet. In Prag rechneten Meteorologen für den Abend mit einer Flutwelle, die das größte Hochwasser seit über 100 Jahren auslösen könnte.

In der tschechischen Stadt Cesky Krumlov, das wichtigste tschechische Touristenziel nach Prag, wurden die Bewohner aufgefordert, gefährdete Stadtteile zu verlassen. Cesky Krumlov liegt wie Prag an der Moldau, die durch die Regenfälle stark angeschwollen ist.

Bei Überflutungen in weiten Teilen Osteuropas waren vergangene Woche mehr als 60 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen an der russischen Schwarzmeer-Küste sowie in Bulgarien und Rumänien.

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