Katerina Holubcova Weltmeisterin über 15 Kilometer
Deutsche Biathletinnen ohne Medaille

Blech, aber nicht unzufrieden - zwei Tage nach dem Gold-Tag verfehlten die deutschen Biathletinnen bei den Weltmeisterschaften im russischen Chanty Mansijsk das Siegertreppchen knapp. Für Simone Denkinger (Gosheim) war der 4. Platz über 15 km im ersten WM-Rennen ihrer Laufbahn gleichzeitig ihr bestes internationales Ergebnis.

HB/dpa CHANTY MANSIJSK. Martina Glagow, die wie Denkinger zwei der 20 Scheiben verfehlte, durfte sich nach Rang sechs vorfristig als erste deutsche Weltcup-Gesamtsiegerin feiern lassen, was ihr zudem 35 000 ? Preisgeld einbrachte.

Neue Weltmeisterin wurde überraschend die Tschechin Katerina Holubcova. Die Dritte der Weltcup-Sprints von Oberhof und Östersund schoss im Gegensatz zu den Deutschen fehlerfrei und behauptete sich in 48:28,4 Minuten vor der Weißrussin Olena Zubrilowa (1 Strafminute/+8,0 Sekunden) und der Norwegerin Gunn Margit Andreassen, die als zweite Läuferin des Feldes ohne Fehlschuss blieb. Zubrilowa vergab den greifbar nahen Sieg durch einen Sturz kurz vor dem Ziel, als sie über ihren Skistock stolperte und fast 20 Sekunden einbüßte. "Das war blöd", schimpfte die vor diesem Winter aus der Ukraine nach Weißrussland gewechselte 30-Jährige.

Martina Glagow war "super zufrieden mit dem Lauf. Dran ändert auch der dumme Fehler beim ersten Schießen nichts. Die ganze Saison war besser als ich es mir vordem erhofft hatte", strahlte sie. "Dass ausgerechnet ich als erste deutsche Biathletin den Gesamtweltcup gewinne, ist geil. Für mich sind der Titel vom Sonntag und der Weltcup-Sieg gleich überraschend und wertvoll. Ausschlaggebend entscheiden war wohl, dass ich in dieser Saison nie krank war", schätzte sie ein.

Simone Denkinger jubelte, obwohl ihr 20,6 Sekunden an Bronze fehlten. "Das war das beste Rennen meiner Laufbahn. Ich wollte unbedingt unter die ersten 15 laufen. Der 4. Platz übertrifft meine Erwartungen", plauderte die Junioren-Weltmeisterin von 1998. Während Glagow ihre Anwartschaft auf einen Staffelstart am Donnerstag anmeldete, winkte Denkinger, die nach einem Beinbruch im Herbst fast den ganzen Winter pausieren musste, bescheiden ab. "Die Trainer wollen mich langsam heranführen. Ich rechne nicht mit einem Staffel- Einsatz", erklärte die Schwarzwälderin.

Die drei anderen deutschen Starterinnen schossen für Vorderplätze zu schlecht. Andrea Henkel (Oberhof), die Olympiasiegerin auf dieser Strecke, belegte mit drei Strafminuten den 13. Rang. Katja Beer (Altenberg) verfehlte fünf Scheiben und wurde 29., Katrin Apel (Frankenhain) wurde nach sechs "Fahrkarten" 36. "Langsam gewöhnt man sich an die schlechten Ergebnisse in der Saison. Jetzt kann ich nur noch Schadensbegrenzung betreiben", ärgerte sich Apel.

Durch das Rennen sind die Probleme von Bundestrainer Uwe Müßiggang für die Staffel-Nominierung nicht einfacher geworden. Orientiert er den Vierer auf Sieg, müssten neben Martina Glagow noch die laufstarken Olympiasiegerinnen Uschi Disl (Moosham), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und Apel aufgeboten werden. Die Sicherheitsvariante "Medaille" würde den stabileren Schützinnen Henkel, Beer und Denkinger Einsatzchancen eröffnen. Herren-Cheftrainer Frank Ullrich nominierte für das Einzelrennen über 20 km am Mittwoch Ricco Groß (Ruhpolding), Sven Fischer, Frank Luck und Peter Sendel (alle Oberhof).

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