Katheter misst die Temperatur im Herzgefäß
Thermografie könnte Herzinfarkt verhindern

Kardiologen an der Essener Uniklinik testen einen neuen Herzkatheter, mit dem die Temperatur an der Wand der Herzgefäße gemessen werden kann. Die Ärzte hoffen so Hinweise auf Entzündungsprozesse zu erhalten, die bei der Entstehung eines Herzinfarkts eine wesentliche Rolle spielen.

hsn DÜSSELDORF. "Oftmals sind gar nicht die Verengungen selbst gefährlich, sondern Ablagerungen an anderer Stelle mit ausgeprägter Entzündung, die aufbrechen und den Infarkt verursachen", erläutert Raimund Erbel von der Essener Uniklinik die Bedeutung der neuen Untersuchungsmethode.

Wie sich gezeigt hat, brechen die Ablagerungen oft plötzlich und ohne vorangehende Warnzeichen auf und verursachen einen Herzinfarkt. Bislang gibt es kaum Möglichkeiten vorherzusagen, welche Ablagerungen sich ruhig verhalten und welche aufzubrechen drohen. Der neuartige Herzkatheter, der von der Firma Volcano Therapeutics entwickelt wurde, wird nun nach einem ersten Test in Neuseeland erstmals auch in Europa ausprobiert.

Der Katheter wird in das Herzgefäß vorgeschoben und mit Hilfe eines automatischen Systems langsam und gleichmäßig wieder zurückgezogen. Die Temperatur wird kontinuierlich durch fünf Sensoren erfasst, die der Gefäßwand anliegen. Ein weiterer, zentral gelegener Sensor misst die Temperatur des fließenden Blutes. So entsteht eine so genannte Thermografie, ein Temperaturdiagramm entlang den Herzgefäßen. Das Thermografie-System gibt auf einem Monitor den Temperaturunterschied zwischen dem fließenden Blut und der Gefäßwand wieder. Es macht jede Temperaturerhöhung (Hot Spots) sichtbar, die einen Hinweis auf eine entzündliche Reaktion in der Herzgefäßwand gibt.

Erste Erfahrungen mit dem Temperaturkatheter seien positiv, so die Essener Kardiologen. Patienten mit Hot Spots in den Herzgefäßen könnten vorbeugend behandelt werden, wobei die Entzündung zurückgedrängt werden. Die Ärzte werden ihre Erkenntnisse später den Zulassungsbehörden vorlegen, damit der Katheter von allen Kardiologen genutzt werden kann.

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