Kathrein führt Gespräche in Wien
Grundig-Rettung: Beko offen für neue Vorschläge

Nach der Insolvenz des Elektronik-Unternehmens Grundig sind am Donnerstag die Chancen auf Übernahme durch den türkischen Fernsehgeräte-Hersteller Beko gestiegen.

HB/dpa NÜRNBERG/ISTANBUL. Man sei für neue Vorschläge zum Kauf des zahlungsunfähigen Nürnberger Konzerns offen, sagte Beko-Generaldirektor Ali H. Sümerval am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Istanbul. Nach dem Insolvenzantrag habe sich die Lage geändert. "Der Zustand, in dem sich Grundig jetzt befindet, ist nicht mehr der alte. Es ist nicht mehr das Unternehmen, das wir untersucht haben", zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Firmenchef. Wenn neue Vorschläge oder Anfragen kämen, werde sich Beko diese ansehen. Dies sei bisher aber nicht geschehen.

Der hoch verschuldete Grundig-Konzern hatte Anfang der Woche Insolvenz beantragt. Die ursprünglich geplante Übernahme durch Beko war dem Vernehmen nach vor allem an den hohen Pensionsverpflichtungen des Nürnberger Unternehmens gescheitert. Dieses Hindernis gilt mit der Insolvenz als aus dem Weg geräumt. Laut Geschäftsbericht hatte Beko die Fernsehgeräte-Produktion im vergangenen Jahr um nahezu 100 Prozent auf 4,2 Millionen Stück gesteigert.

Unterdessen bemühte sich der bisherige Grundig-Eigentümer Anton Kathrein am Donnerstag um eine Rettung des Wiener TV-Geräte-Werks. Kathrein sei am Morgen nach Wien gereist, sagte ein Sprecher des Rosenheimer Antennen-Herstellers. Er führe dort Gespräche mit verschiedenen Übernahme-Interessenten. Einzelheiten wollte der Sprecher allerdings nicht nennen.

Kathrein selbst hatte vor wenigen Tagen gesagt, es gehe nun darum, den Betrieb in Wien aufrechtzuerhalten. Derzeit hätten die Wiener noch einen Beko-Auftrag über 850 000 Flachbildschirme. Ansonsten gebe es derzeit drei potenzielle Käufer für das Wiener Werk. Sie hätten das Interesse, mit einem Teil der Werks-Kapazität Lohnaufträge für Beko zu erledigen; einen anderen Teil der Fabrik wollten sie zur Herstellung eigener Produkte nutzen.

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