Kati Wilhelm vor Uschi Disl im Sprint
Triumphaler Doppelsieg im Biathlon

Kati Wilhelm kam, schoss und triumphierte - Uschi Disl zielte nur einmal daneben und machte als Zweite den sensationellen Doppelsieg perfekt. Bei ihrer Olympia-Premiere in Salt Lake City gewann die 25-Jährige aus Zella-Mehlis Gold im Biathlon-Sprint über 7,5 km und errang damit den zweiten Sieg für die deutschen Skijägerinnen nach dem Erfolg von Andrea Henkel über 15 km.

dpa SALT LAKE CITY. Die Sprint-Weltmeisterin des vergangenen Jahres, die 1998 in Nagano mit der deutschen Langlauf-Staffel den sechsten Platz belegt und zwölf Monate später ins Lager der Biathleten gewechselt war, blieb am Schießstand fehlerfrei und siegte nach 20:41,4 Minuten vor ihrer Teamkollegin aus Moosham, die nach einer Strafrunde in 20:57,0 Minuten das Ziel erreichte. Bronze ging an die schwedische Weltcup- Spitzenreiterin Magdalena Forsberg (21:20,4).

"Das war das Schießen meines Lebens. Der Sieg von Andrea Henkel hat mit unglaublich angespornt", sprudelte es aus Kati WILHELM heraus. "Ich bin total zufrieden. Ich habe versucht, alles so zu machen wie im Training und den Kopf auszuschalten. Einfach zielen und draufhalten." IOC-Vizepräsident Thomas Bach, in goldener Jacke an der Loipe in Soldier Hollow erschienen, erwies sich wie schon beim Henkel-Sieg als Glücksbringer für das deutsche Team. "Es ist einfach sensationell. Der pure Wahnsinn", jubelte der Fecht-Olympiasieger von 1976.

Uschi Disl hätte eigentlich wieder einmal Grund gehabt, mit sich selbst zu hadern. Wie im 15 km-Rennen bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano verfehlte ausgerechnet der 20. und letzte Schuss der Bayerin das Ziel, doch auch mit einer Strafrunde reichte es für die 31-Jährige zu Silber. "Was wäre wenn, es ist leider immer so. Ich habe beim letzten Schuss viel zu lange gewartet." Doch die Freude überwog den Ärger. "Da bin ich stolz drauf", kommentierte die Skijägerin aus Moosham ihren Erfolg. "Warum setzt sie den Schuss bloß ab?", hatte Bundestrainer Uwe Müßiggang beinahe verzweifelt gefragt. Disls Antwort: "Ich habe Angst gehabt, Null zu schießen."

Mit zwei Mal Gold und einmal Silber haben die deutschen Biathletinnen die Zielvorgabe "zwei Einzel-Medaillen" bereits nach zwei Rennen übertroffen. Katrin Apel, als erste deutsche Läuferin mit der Startnummer sechs ins Rennen gegangen, vergab am Schießstand eine gute Platzierung. Die Olympia-Dritte von Nagano leistete sich in beiden Anschlägen insgesamt drei Fehlschüsse und musste nach 22:01,7 Minuten mit dem zwölften Platz vorlieb nehmen. Auch "Gold-Andrea" Henkel patzte diesmal bei beiden Schießübungen jeweils einmal, verlor wertvolle Zeit und beendete das Rennen nach 22:41,1 Minuten als 25.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%