Kauf gegen Rechnung oder Lastschrift optimal
Vorsicht beim Weihnachtseinkauf im Internet

In den Wochen vor Weihnachten suchen besonders viele Verbraucher im Internet nach Geschenkideen. Schnäppchen gibt es genug. Im elektronischen Handel sind viele Waren wie Handys, Computer, Kaffeemaschinen oder Sportartikel billiger zu haben. Das ist außerdem bequem, doch längst nicht immer problemlos.

ap MÜNCHEN. Auch wenn das so genannte Fernabsatzgesetz die Rechte der Kunden gestärkt hat, gibt es noch genügend Fallstricke, die das Shoppingvergnügen trüben können. Das größte Risiko, das beim Einkauf im weltweiten Netz lauert, ist der Datenklau. Wie in realen Kaufhäusern sind auch in der virtuellen Welt gerade zur Vorweihnachtszeit verstärkt Diebe unterwegs. Und weil es nach wie vor Anbieter gibt, die für Zahlungen per Kreditkarte keine Sicherheitsmaßnahmen vorsehen, passiert es immer wieder, dass Kundendaten "abgehört" werden, wie Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern, warnt. Wer einmal eine fremde Kartennummer ausgespäht hat, kann damit fröhlich online einkaufen - bis der Geschädigte es merkt und die Karte sperren lässt.

Zwar muss der Bestohlene meist nur bis zu einem Betrag von 100 DM gerade stehen. Nach der Verlustmeldung übernehmen die Kreditkartenunternehmen dann in der Regel die volle Haftung. Doch der Ärger ist groß. Verbraucherschützer Saller rät deshalb nur dann zum Einkauf via Kreditkarte, wenn der Händler eine verschlüsselte Übertragung der Daten anbietet - zum Beispiel über den weit verbreiteten Standard SSL (Secure Socket Layer). Ein geschlossenes Vorhängeschloss auf der Internetseite signalisiert, dass die Daten dann in codierter Form übermittelt werden.

Wird der geschützte Bereich nicht offeriert, sollten Kunden notfalls ganz auf den Kauf verzichten, mahnt Saller. Größere und seriöse Online-Händler in Deutschland bieten gleich mehrere Zahlungswege an. Wer seine Bestellung gegen Rechnung aufgibt, wählt die sicherste Variante, betonen die Verbraucherschützer. Auch mit dem Lastschriftverfahren fährt der Kunde gut. Die Abbuchung kann rückgängig gemacht werden, wenn die Ware nicht zusagt oder fehlerhaft ist. Weniger ratsam sind der Zahlungsweg per Nachnahme sowie die Vorabüberweisung. "Da ist erst mal das Geld weg, sollten Probleme auftauchen", meint Saller.

Zusatzkosten für Versand beachten

Ganz wichtig ist auch, vor dem letzten Mausklick die möglichen Zusatzkosten zu prüfen. Manchmal treiben die den Endpreis noch einmal kräftig in die Höhe. Gute Internet-Kaufhäuser werden von sich aus mitteilen, ob die Ware frei Haus geliefert wird oder noch Extra-Versandkosten drauf kommen. Wer im außereuropäischen Ausland einkauft, muss in der Regel mit erheblichen Frachtkosten rechnen. Beträge um 50 DM kommen da schnell zusammen. Außerdem können Zölle und Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen muss jeder Kunde herauslesen können, wie schnell die Ware geliefert wird und wie Rückgabe und Umtauschrecht gehandhabt werden.

Einen grundsätzlich "guten" Schutz bietet seit Ende Juni 2000 das europäische Fernabsatzgesetz, wie Saller betont. Es garantiert den Käufern unter anderem eine zweiwöchige Widerrufsfrist. Beim Bestellen in Übersee greift es dagegen nicht. Um Unklarheiten von vornherein zu vermeiden, ist es ratsam, Bestellung wie Produktbeschreibung auf dem Computer abzuspeichern oder sich eine Kopie auszudrucken. Beim schnellen Kauf per Mausklick fehlt sonst jeglicher Nachweis, sollte etwas schief gehen. Und noch eine Empfehlung der Verbraucherschützer gilt es beim Internet-Einkauf zu beherzigen: Generell keine persönlichen Dinge wie Geburtstag, Nationalität oder e-mail-Adresse preisgeben. Wer zustimmt, dass seine Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen, muss damit rechnen, dass sie in falsche Hände gelangen.

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