Kauf von Powergen kam nicht überraschend
Analysten loben Eons Verzicht auf die Chemiesparte

Die Aktien des Versorgers Eon haben am Montagvormittag zeitweise um mehr als fünf Prozent zugelegt, was Börsianer auf die zuvor angekündigte Fokussierung des Konzerns auf Energiedienstleistungen zurückführten.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. "Überraschend sind die Nachrichten, dass sich Eon von dem Chemiegeschäft trennen will, da sie bisher immer betont hatten, an den zwei Geschäftssäulen Energie und Chemie festhalten zu wollen", sagte Oliver Fischer, Analyst bei der SEB Bank. Die Desinvestition sei aber positiv für das Unternehmen, da zum einen innerhalb des Versorgersektors ein enormer Wettbewerb hinsichtlich internationaler Expansion herrsche und eine Konzentration auf das Kerngeschäft diesbezüglich Vorteile bringe. "Und natürlich sind auch die Zuflüsse aus dem Verkauf positiv zu sehen", fügte Fischer hinzu.

Die Hamburgische Landesbank bewertet die strategische Neuausrichtung des Düsseldorfer Energiekonzerns positiv. Analyst Stefan Gäde kündigte an, er werde seine Einstufung der Aktie als "Marktperformer" überprüfen. Eine Heraufstufung in der nächsten Zeit schloss er nicht aus.

"Das ist der Schritt, auf den wir nun seit längerem gewartet hatten", sagte Gäde zum Powergen-Angebot. Zudem seien die weiteren strategischen Ansätze "sehr interessant": "Dass man jetzt für die Chemie einen Exit-Lösung suchen wird und an einen Börsengang bei Viterra denkt, ist sehr positiv." Der Konzern zeige damit, dass es sich auf das Kerngeschäft um Energie und Wasser konzentrieren werde. Allerdings müsse man noch auf den großen Schritt im Wassergeschäft warten - da habe Eon bislang noch kein großes Verhandlungsgeschick bewiesen.

In dem zersplitterten US-Markt will der Versorger mit weiteren Akquisitionen in die Spitzengruppe der Energieunternehmen vorstoßen, kündigte Vorstandschef Ulrich Hartmann am Montag in Düsseldorf an. Gäde sagte dazu, es sei für E.ON sehr wichtig, weltweit zu expandieren. Auch in den USA müsse es dem Unternehmen gelingen, sich als "multi utility-company" zu positionieren. Der US-Wassermarkt etwa stünde vor der Liberalisierung - da bestehe die Chance, sich gleich von Beginn an richtig zu positionieren.

Powergen ist kein Schnäppchen

Die geplante Übernahme von Powergen hingegen sei wenig überraschend, da ein Interesse von Eon an dem britischen Versorger schon seit längerem bekannt gewesen sei, urteilen die Anaylsten. "Powergen ist ein Kauf, der unter strategischen Gesichtspunkten positiv ist", sagte Fischer. Dennoch sei der Kaufpreis nicht gerade billig. Eon hatte zuvor mitgeteilt, sich künftig ganz auf das Energiegeschäft konzentrieren zu wollen und daher mittelfristig das Chemiegeschäft der Tochter Degussa abgeben zu wollen. Zudem wolle das Unternehmen den britischen Versorger Powergen Plc mit einem Firmenwert von umgerechnet rund 30 Mrd. DM übernehmen.

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