Kaufempfehlung von Analysten
Meisterschaft beflügelt Borussia Dortmund Aktien nur kurz

Der Fußball-Meistertitel hat die Aktie von Borussia Dortmund zum Handelsbeginn an der Frankfurter Börse beflügelt - doch das Papier gab schnell wieder nach.

Kletterte die Aktie zunächst noch um knapp fünf Prozent auf 6,00 Euro, so lag der Anstieg gegen Mittag in einem insgesamt etwas festeren Markt nur noch bei 0,70 Prozent auf 5,76 Euro. "Es ist überraschend, dass die Aktie nicht noch stärker gestiegen ist", sagte Analyst Paul Sibianu von der Düsseldorfer WGZ-Bank.

Mit der Meisterschaft habe sich Dortmund höhere Erträge aus Merchandising, Sponsoring und der Teilnahme an der Champions-League gesichert. Als faires Kursziel nannte Sibianu ein Niveau zwischen 8 und 10 Euro. Die WGZ-Bank stufte die Fußball-Aktie auf "Kaufen" hoch. "Ich würde Anlegern raten, zu kaufen", sagte Sibianu. Nach dem Gewinn der Meisterschaft stufte er seine Erwartungen für die Erlöse aus Merchandising sowie Sponsoring um insgesamt 4,5 Millionen Euro nach oben. "Die Dortmunder Sponsoringverträge sind leistungsbezogen", sagte Sibianu. Damit zahle sich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft auch langfristig aus.

Ein Kursziel von rund 11 Euro sieht Fußball-Analyst Lars vom Cleff von der Deutschen Bank in Frankfurt: "Ich bin sicher, dass die Aktie fundamental unterbewertet ist", sagte er. Einer Marktkapitalisierung von rund 120 Millionen Euro stünden Vermögensgegenstände wie etwa das Stadion und der Spielerkader gegenüber. Dies mache gut 200 Millionen Euro aus. "Die Frage bei einer Fußball-Aktie ist, ob der Investor glaubt, dass der Verein international besteht", erklärte der Experte. "Wer daran glaubt, sollte jetzt kaufen." Den möglichen Gewinn des UEFA-Cups an diesem Mittwoch bezeichnete er als "Sahnehäubchen".

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Borussia Dortmund war im Oktober 2000 als erster und bisher einziger deutscher Fußballverein zu einem Preis von 11 Euro an die Börse gegangen. Der aufwendig inszenierte Handelsstart wurde allerdings fast zum Flop: Der erste Kurs lag mit 11 Euro gerade beim Ausgabepreis und sackte noch am gleichen Tag durch. Nur gut eine Woche nach dem Börsenstart versuchte die Deutsche Bank, den Kurs mit dem Kauf von zwei Millionen Aktien zu stabilisieren. Doch trotz der Bankaktion sank das Papier um weitere 1,45 Prozent auf 9,50 Euro.

Das Auf und Ab im Bundesliga-Alltag ließ die Börsianer meistens kalt, dafür reagierte die Börse auf eher perspektivisch angelegte Entscheidungen: Die Verpflichtung des tschechischen Nationalspielers und Mittelfeldstars Tomas Rosicky ließ den Kurs im Januar 2001 zeitweise um knapp 7 Prozent auf 9,10 Euro steigen. Doch nach der 1:2-Niederlage gegen Boavista Porto in der Champions League brachen die Wertpapiere im September auf ein Rekordtief von 4,70 Euro ein. Noch im August hatte die BVB-Aktie angesichts des erfolgreichen Saisonstarts ein Jahreshoch von 10,10 Euro erklommen.

Vor einer Woche ließ der Sprung an die Tabellenspitze die Aktie erneut nach oben schießen: Am vergangenen Montag legte das Papier zeitweise um 11,74 Prozent auf 5,74 Euro zu. BVB-Manager Michael Meier geht davon aus, dass die Meisterschaft die wirtschaftlichen Aussichten verbessert: Der Anstieg der Aktie sei mit der Qualifikation für die Champions League und den daraus resultierenden sicheren Einnahmen verbunden. Am Montagvormittag seien mehr als 300 000 Aktien gehandelt worden. "Das ist eine gewaltige Zahl. Es kann einen neuen Rekordumsatz geben", sagte er.

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